
Der Kfz-Teilehändler LKQ Europe übernimmt mit der niederländischen Firma ACtronics einen Elektronikspezialisten, der sich auf die Wiederaufbereitung von Steuergeräten und elektronischen Komponenten spezialisiert hat.
ACtronics wurde 2005 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Almelo, Niederlande. In Deutschland ist das Unternehmen seit 2009 ansässig und hat seinen Sitz nahe der niederländischen Grenze in Bad Bentheim. Das Unternehmen hat sich auf die Reparatur komplexer Fahrzeugelektronik, darunter ABS/ESP-Einheiten, Getriebesteuergeräte (TCUs), Motorsteuergeräte (ECUs) und Karosseriesteuergeräte (BCUs) spezialisiert.
Digitale Cockpits und Wechselrichter E-Fahrzeuge
Neben den Reparaturdienstleistungen, die sich hauptsächlich an konventionelle Fahrzeuge richten, bietet ACtronics zunehmend auch Reparaturen von virtuellen Cockpits und Hyperscreens an. Für E-Fahrzeuge bietet man zudem die Reparatur und Instandsetzung von Ladereglern, Wechselrichtern und Batterie-Kontrollmodulen an. Damit ist das Unternehmen für den Wandel hin zu Hybrid- und E-Fahrzeugen aufgestellt und profitiert von der zunehmenden Digitalisierung herkömmlicher Komponenten.
ACtronics ist ausschließlich im B2B-Aftermarket tätig und beliefert Werkstätten, Händler und Distributoren in ganz Europa. Dabei wirbt das Unternehmen mit einer zweijährigen Garantie auf alle instandgesetzten Komponenten sowie einem Preisvorteil von bis zu 80 Prozent gegenüber dem Neuteil.
LKQ baut Reman-Sparte aus
Mit der Übernahme stärkt LKQ Europe den eigenen Reman-Bereich, in dem bereits mehrere Unternehmen gebündelt sind. Darunter fallen etwa „LKQ Synetiq“, Großbritanniens führendes Unternehmen für Fahrzeugverwertung, -demontage und -recycling, „LKQ Electriq“, spezialisiert auf Reparaturlösungen für Elektrofahrzeugbatterien, und LKQ Atracco, ein Fahrzeugrecycler mit Sitz in Schweden. Aufbereitete Komponenten für Verbrenner vertreibt der Großhändler unter den beiden Produktmargen Vege und MRT als Teil des Portfolios der Marke „Emotive“.
Wiederaufbereitung wird bei E-Fahrzeugen wichtiger
Während die Aufbereitung bei klassischen Komponenten wie Bremsen, Anlassern und konventionellen Generatoren zunehmend unter Preisdruck gegenüber Neuware aus China gerät, stellen die hochintegrierten und komplexen Komponenten von E-Fahrzeugen einen neuen Wachstumsmarkt dar: Ihr Aufbau ist komplex, einfache Reengineering -Lösungen, wie sie im Aftermarket gang und gäbe sind, funktionieren hier nicht: Ohne Schaltpläne und die notwendige, proprietäre Software und die passenden Sicherheitszertifikate lassen sich elektronische Komponenten nicht mehr in das Bordnetz eines E-Fahrzeugs integrieren.
So wächst die Marktmacht der OE-Hersteller im Aftermarket, während die Wiederaufbereitung eine kostengünstige Lösung gegenüber den kostspieligen Baugruppen darstellen kann.
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