Rheinmetall verkauft Automobilgeschäft an Aequita

Der Rheinmetall-Konzern setzt seine strategische Neuausrichtung fort und trennt sich von seinem verbliebenen zivilen Geschäft. Wie das Unternehmen mitteilte, wurde mit der Münchner Industrieholding Aequita ein Kaufvertrag über die bisherige Division "Power Systems" unterzeichnet.
Foto: Rheinmetall

Die Düsseldorfer wollen sich künftig ausschließlich auf Ihre Rüstungsaktivitäten fokussieren. Bereits seit einigen Jahren wurden daher Teile des bisherigen zivilen Geschäfts, das in weiten Teilen vom Verbrennungsmotor abhängig war, verkauft. So wurden beispielsweise die Groß- und Kleinkolbenaktivitäten in den Jahren 2023 und 2024 veräußert.
In der bisher noch verbliebenen Power Systems Division wurden Gleitlager, Aluminiumgusstechnik sowie die eigenen Komponenten für E-Fahrzeuge und Thermomanagement gebündelt. Hinzu kommt das wichtige Aftermarket-Geschäft mit Motorenteilen.

MMit dem Münchner Investor wurde ein vorläufiger Kaufpreis in Höhe von 350 Millionen Euro verhandelt. Der Bereich Power Systems erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von rund zwei Milliarden Euro. Seit Ende 2025 wird er in der Konzernberichterstattung bereits als „nicht fortgeführte Aktivität“ ausgewiesen.

Kolbenschmidt, Pierburg und Motorservice bleiben erhalten

Die Produkte der Marken Kolbenschmidt und Pierburg stehen im IAM für höchste Qualität
Foto: Rheinmetall

Für die rund 6.250 Beschäftigten weltweit soll der Eigentümerwechsel keine unmittelbaren Folgen haben. Aequita kündigte an, sämtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu übernehmen und die Division als eigenständige Organisation weiterzuführen. Auch die etablierten Marken Pierburg, Kolbenschmidt und Motorservice sollen erhalten bleiben und unverändert am Markt auftreten.

„Dies ist ein firmenhistorisch bedeutender Schritt“, erklärte Rheinmetall-Vorstandsvorsitzender Armin Papperger. Mit der Fokussierung auf das margenstarke Verteidigungsgeschäft sehe das Unternehmen hervorragende Wachstumsperspektiven. Gleichzeitig sei es wichtig gewesen, für das zivile Geschäft einen langfristig orientierten Eigentümer zu finden.

Auch Investor Aequita sieht großes Potenzial in der Übernahme. Nach Angaben von Chairman und Co-CEO Axel Geuer wird die bisherige Power-Systems-Sparte eine zentrale Rolle innerhalb des Automotive-Portfolios der Beteiligungsgesellschaft spielen. Gemeinsam mit dem Management soll die langfristige Weiterentwicklung des Unternehmens vorangetrieben und zusätzliche Synergien innerhalb der Gruppe erschlossen werden.

Der Abschluss der Transaktion wird für das vierte Quartal 2026 erwartet und steht noch unter dem Vorbehalt der kartell- und aufsichtsrechtlichen Genehmigungen.

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