Audi bringt elektrische Neuauflage des A2

Mit dem A2 brachten die Ingolstädter im Jahr 1999 eine kompakte Kombilimousine auf den Markt, die von Beginn an heiß diskutiert wurde und ihrer Zeit weit voraus war. Im Herbst dieses Jahres folgt nun der elektrische Nachfolger auf Basis des ID.3 Neo.
Die Neuauflage des Audi A2 soll wieder in Sachen Effizienz punkten
Bilder: Audi

Einst als besonders sparsames Fahrzeug konzipiert, soll auch die Neuauflage des A2 die Messlatte der Effizienz besonders hoch legen. Dafür ziehen die Audi-Ingenieure alle Register und haben die MEB+-Plattform durchweg auf Effizienz getrimmt.

12,8 kWh Verbrauch auf 100 km

Auch wenn es sich noch um einen vorläufigen Verbrauch (nach WLTP) handelt, sind 12,8 kWh ein sehr guter Wert. Sparsame E-Autos liegen in der Regel zwischen 13 und 15 kWh/100 km, SUVs und größere Fahrzeuge erreichen mitunter auch Werte um die 20 kWh.

Audi hat diesen Wert durch gezielte aerodynamische Optimierungen erreicht, die im sogenannten „Effizienzpaket” den Verbrauch gegenüber der Standardversion um 0,9 kWh reduzieren. Das Zusatzpaket ist mit dem „ultra”-Zusatz vergleichbar, den besonders sparsame TFSI- und TDI-Motoren tragen durften.

Im Mittelpunkt der Effizienzoptimierung stand dabei die Aerodynamik des Fahrzeugs. Bei Geschwindigkeiten ab circa 100 km/h entfallen mehr als 50 Prozent des Energiebedarfs auf den Luftwiderstand. Jede Verringerung des cW-Werts senkt somit den Verbrauch und steigert die nutzbare Reichweite. Neben einem aerodynamisch angepassten Karosseriedesign sind es im Effizienzpaket vor allem zusätzliche Maßnahmen wie Air Curtains – kleine Kanäle, die die Strömung gezielt umlenken und so Turbulenzen verringern – sowie Gap Reducer und Gap Breather, die Verwirbelungen am Radhaus reduzieren.

Wie zahlreiche Verbrennermodelle verfügt auch der neue Audi A2 e-tron über einen aktiven Kühllufteinlass. Dieser ist im Normalbetrieb und bei höheren Geschwindigkeiten geschlossen, um den Luftwiderstand zu senken und die Reichweite zu optimieren. Beim Ladevorgang, bei starker Beschleunigung oder bei sommerlicher Hitze öffnet er sich hingegen und führt mehr Kühlluft in den Motorraum sowie zu den Kühlern von Batterie und Elektronik.

APP350 – weiterentwickelter Elektromotor

Auch beim Antrieb wurde Hand angelegt. Die neue E-Maschine APP350 löst im MEB+-Baukasten die bisherige APP310 ab und bietet ein Drehmoment von 350 Nm (anstelle von 310 Nm). Die wichtigsten Verbesserungen liegen jedoch im überarbeiteten Design:
Dünnere Lamellen (0,2 statt 0,3 Millimeter) senken die sogenannten Eisenverluste. In der Physik bezeichnet man damit Energieverluste in den magnetischen Eisenbauteilen wie Stator und Rotor eines Elektromotors. Je dünner die Lamellen sind, desto geringer sind die Verluste. Gleichzeitig wird die Herstellung jedoch aufwendiger und komplexer.

Die Statorwicklung wird von einer Stern- auf eine Dreieckschaltung umgestellt, wodurch sich der Betrieb in effizientere Drehzahlbereiche verschiebt. Im Getriebe kommt ein neues Leichtlauföl zum Einsatz, das die Reibungsverluste senken soll. Die lange Übersetzung von 10,2:1 senkt bei höheren Geschwindigkeiten das Drehzahlniveau und trägt ebenfalls dazu bei, den Verbrauch zu verringern.

Lithium-Eisenphosphat (LFP) Batterie mit 61 kWh Kapazität

Für die Batterie des A2 e-tron 140 kW setzt Audi auf Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP) in Cell-to-Pack-Bauweise. Die Zellen sind direkt ins Gehäuse eingeklebt, wodurch sich die Packungsdichte erhöht. Dadurch lassen sich bei reduziertem Platzbedarf der Energieinhalt und die Energiedichte steigern. Die LFP-Batterie altert langsamer als viele Alternativen und gilt als besonders sicher. Aufgrund ihrer Robustheit können LFP-Batterien im Alltag unkompliziert immer wieder auf 100 Prozent geladen und gelagert werden.

Durch den charakteristisch flachen Spannungsverlauf hält die Batterie auch bei sinkendem Ladezustand (State-of-Charge, SoC) eine hohe Spannung, was zu einer gleichmäßigeren Leistungsabgabe führt. Denn die weitverbreiteten MNC-Akkus (Nickel-Mangan-Kobalt) haben eine deutlich steilere Entladekurve. In der Praxis bedeutet dies, dass mit sinkendem Ladestand auch die Abgabeleistung des Akkus reduziert wird und somit nicht mehr die volle Leistung des Motors zur Verfügung steht. Dieses Problem haben LFP-Akkus nicht.

Für alle Eigenheimbesitzer wichtig: Der neue A2 e-tron unterstützt bidirektionales Laden. Über Vehicle-to-Load können externe Geräte aus dem Fahrzeug versorgt werden. Mit Vehicle-to-Home kann das Fahrzeug als Energiespeicher für das eigene Zuhause genutzt werden. Voraussetzung ist eine von Audi empfohlene Ladebox.

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