
Der Berliner Online-Teilehändler Autodoc SE öffnet seine Handelsplattform weiter für Drittanbieter. Jetzt wurde der „Autodoc Marketplace“ offiziell in Großbritannien eingeführt. Mit der Einbindung anderer Verkäufer sollen sich Auswahl und Liefergeschwindigkeit für Privatkunden und Werkstattprofis deutlich verbessern.
Autodoc-CEO Dmitri Zadorojnii bezeichnet die Einführung des Marketplace in Großbritannien als einen „entscheidenden Moment in der Expansionsstrategie“ des Unternehmens. Ein wichtiger Faktor ist dabei die Integration lokaler Verkäufer: „Dadurch erweitern wir nicht nur unser Sortiment – wir bauen die zentrale Anlaufstelle für Fahrzeugteile und Zubehör auf, die Millionen von Autofahrern in Europa mit den Lösungen verbindet, die sie benötigen.“
Mit der Einbindung anderer Verkäufer sollen die britischen Kunden nicht nur von wettbewerbsfähigeren Preisen, sondern auch von schnelleren Lieferzeiten und einer größeren Auswahl in spezialisierten Kategorien profitieren. Das Angebot wird damit zukünftig über klassische Ersatzteile hinausgehen. Zu den neuen Kategorien gehören Fahrzeugelektronik, Zubehör, Lifestyle-Artikel, Mobilitätslösungen und Sicherheitsprodukte. „Unser Ziel ist es, eine spezialisierte Alternative zu allgemeinen Online-Händlern zu bieten“, erklärt CEO Zadorojnii. „Britische Kunden haben jetzt einen One-Stop-Shop, bei dem jedes Angebot auf den Automobilkontext zugeschnitten ist.“
Roll-out in ganz Europa
Der Marketplace von Autodoc ist mittlerweile in zehn europäischen Ländern live, darunter Österreich, Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Portugal, Spanien und nun auch Großbritannien. Im Jahr 2025 generierte der Onlinehändler über diesen Weg gut 190.000 Bestellungen. „Der Erfolg im ersten Jahr bestätigt, dass unsere strategische Ausrichtung auf dem richtigen Weg ist“, betont Lennart Schmidt, CFO von Autodoc. Der Marketplace zählte den Angaben zufolge zum Jahresende rund 440 registrierte Verkäufer. Etwa 1,2 Millionen Artikel werden aktuell angeboten.
Die Kunden können sowohl Autodoc-Eigenprodukte als auch Artikel von Drittanbietern erwerben. Während Autodoc für Versand, Rechnungsstellung und Kundenservice der eigenen Artikel verantwortlich bleibt, wickeln Marktplatz-Anbieter ihre Verkäufe eigenständig ab.
Autodoc verweist darauf, dass alle Marktplatz-Verkäufer klar definierten Leistungskennzahlen und Service-Level-Agreements unterliegen. Wie in Marktplatz-Umgebungen üblich, wird der First-Line-Support durch die Verkäufer übernommen. Autodoc überwacht jedoch aktiv die Leistung der Verkäufer und greift nach eigener Aussage bei Bedarf ein – insbesondere dann, wenn ein Kunde keine ausreichende Unterstützung erhalte. Dieser Ansatz soll nach Angaben des Online-Händlers ein breiteres Produktangebot ermöglichen, ohne Kompromisse bei Qualität oder Service einzugehen.
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