Continental entwickelt Konzeptreifen mit 43 Prozent Recyclingmaterial

Continental hat im Rahmen des EU-Projekts ZEvRA einen Konzeptreifen entwickelt, der zu rund 43 Prozent aus recycelten Materialien besteht. Damit will der Reifenhersteller zeigen, welches Potenzial Recycling für die künftige Reifenproduktion bieten.
Continental hat einen Konzeptreifen aus 43 Prozent Recyclingmaterial entwickelt.
Foto: Continental

Zu den eingesetzten Recyclingmaterialien zählen unter anderem recyceltes Tallöl, Stahl, Kautschuk aus Altreifen sowie Polyestergarn aus recycelten PET-Flaschen. Hinzu kommt zurückgewonnener Industrieruß (rCB), der mithilfe von Pyrolyse aus Altreifen gewonnen werden kann. Auch Reststoffe wie Gießereisand dienen als Ausgangsmaterial für eine alternative Silica-Variante.

Neben den rund 43 Prozent recycelten Materialien enthält der ZEvRA-Konzeptreifen etwa 13 Prozent erneuerbare Rohstoffe und rund 25 Prozent massenbilanzzertifizierte Materialien. Insgesamt stammen damit laut Continental mehr als 80 Prozent der verwendeten Materialien aus recycelten, erneuerbaren oder massenbilanzzertifizierten Quellen. Gleichzeitig erreicht der Reifen nach Unternehmensangaben Bestwerte beim EU-Rollwiderstandslabel.

„Kreislauforientierte Materialien können Ressourcen, Energie und Treibhausgasemissionen einsparen. Sie sind ein wesentlicher Baustein für eine nachhaltigere Mobilität“, erklärt Dr. Andreas Topp, Leiter Plattformentwicklung und Industrialisierung im Pkw-Reifenbereich von Continental.

EU-Projekt untersucht Kreislaufwirtschaft bei E-Autos

Das ZEvRA-Projekt soll die Möglichkeiten der Kreislaufwirtschaft bei E-Fahrzeugen aufzeigen.
Foto: Continental

ZEvRA steht für „Zero Emission Electric Vehicles Enabled by Harmonized Circularity“. Das auf zwei Jahre angelegte und 2026 auslaufende EU-Projekt soll Möglichkeiten aufzeigen, die Kreislaufwirtschaft von Elektrofahrzeugen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu verbessern. Continental ist der einzige Reifenhersteller unter den 28 Projektpartnern.

Eine zentrale Herausforderung bleibt nach Einschätzung des Unternehmens die Überführung neuer Recyclingverfahren in den industriellen Maßstab. Continental fordert dafür unter anderem europaweit einheitliche Definitionen für recycelte Materialien, klare Kriterien für die Einstufung aufbereiteter Stoffe sowie den Ausbau von Recyclingtechnologien und entsprechender Infrastruktur.

Continental will den Einsatz alternativer Rohstoffe in seinen Reifen weiter erhöhen. 2025 lag der Anteil eingekaufter erneuerbarer und recycelter Produktionsmaterialien im Reifenportfolio bei 28 Prozent. Bis 2030 soll dieser Wert auf mindestens 40 Prozent steigen.

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