
Beim Online-Teilehändler Lott Autoteile aus Uslar verdichten sich die Hinweise auf erhebliche Probleme im operativen Geschäft. Parts & Service News hat am Freitag stichprobenartig zahlreiche Produkte aus unterschiedlichen Kategorien im Onlineshop www.lott.de überprüft. Dabei war keines der aufgerufenen Produkte als lieferbar ausgewiesen.
Zuvor hatte das E-Commerce-Fachportal Wortfilter über die Situation bei Lott berichtet. Demnach waren auch bei mehr als 200.000 Angeboten auf drei von Lott betriebenen eBay-Accounts bis auf wenige Ausnahmen keine Artikel mehr verfügbar. Darüber hinaus berichtet Wortfilter unter Berufung auf Lieferanten von offenen Rechnungen und zurückgegebenen Lastschriften. Nach Angaben des Portals seien diese Informationen anhand von Bankauszügen belegt worden.
Plattformmodell
Die Werner Lott Kfz- und Industriebedarf GmbH gehört zur börsennotierten The Platform Group (TPG). Deren CEO Dr. Dominik Benner ist seit Dezember 2025 auch Geschäftsführer der Firma Lott. Bereits Anfang des Jahres hatte es Veränderungen im Geschäft des Teilehändlers gegeben. Unter anderem endete die Zusammenarbeit mit der Aktivbank im Bereich der Zentralregulierung. Gleichzeitig hatte Lott eine strategische Neuausrichtung angekündigt, bei der die eigene Bevorratung zugunsten eines Plattformmodells zurückgefahren werden sollte.
Parts & Service News hatte The Platform Group bereits vor einigen Wochen im Zusammenhang mit der Entwicklung bei der Firma Lott einen Fragenkatalog zugesandt. Trotz mehrfacher Nachfrage hat TPG bislang keine Stellungnahme abgegeben.
