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Effizienz und passende Motorabstimmung sind beim Elektrofahrzeug noch wichtiger als bei konventionellen Antrieben. Dieser Tatsache sind sich auch die Entwickler in Wolfsburg bewusst und haben für den ID.Polo auch eine neue Antriebseinheit, die APP290, entwickelt.
Leistungsstufen von 85 kW (116PS) bis 166 kW (226 PS)

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Auch wenn die Peakleistung weniger im Vordergrund steht, so ist eine Abstufung nicht nur als Vertriebssicht sinnvoll. Angeboten wird die neue E-Maschine mit vier Leistungsstufen: Der Einstieg beginnt bei 85 kW (116 PS) und geht über 99 kW (135 PS) bis hin zu einer Leistung von 155 kW (211 PS). Im Laufe des kommenden Jahres wird als stärkstes Modell der Baureihe zudem eine besonders sportliche Version des ID. Polo mit einer Leistung von 166 kW (226 PS) folgen.
Drehmoment von 290 Newtonmetern
Typisch bei den elektrischen Antrieben von VW ist die Drehmomentangabe als Modellbezeichnung. So steht das „APP“ für die achsparallele Anordnung (Axial Parallel Position), die 290 für das maximale Drehmoment in Newtonmetern.
Damit liegt das Drehmoment etwas niedriger als im ID.3, der unter anderem auf die APP 310 zurückgreift und aus dieser eine maximale Leistung von 150 kw / 204 PS zieht.
Identische Gehäuse-Getriebe-Anordnung

Fotor:VW
Bei der grundsätzlichen Anordnung setzt VW auf das bewährte Format, in dem die Motoreinheit direkt an das 1-Gang-Getriebe angeflanscht ist – wohl auch, um im Komponentenwerk VW Kassel dieselben Montagestraßen nutzen zu können.
Betrachtet man jedoch die Details, gibt es vor allem beim Kühlmantel leichte Veränderungen: So kommt ein einfacher Wasserkühlmantel mit umlaufendem Kühlkanal zum Einsatz, während man in der stärksten Antriebseinheit des Konzerns, der APP550 sogar Wassermantelkühlung für den Stator und Öl-Spritzkühlung für den Rotor kombinierte. Für das kleinste Massenmodell ist diese Kombination freilich zu teuer und aufwendig, werden Verkaufspreise von 25.000 Euro anvisiert. Gleichzeitig bedeutet dies für Kunden aber auch weniger Probleme: Die Elektro-Fahrzeugexperten der EV-Klink stellten bereits bei mehreren E-Fahrzeugen mit Hybridkühlung gegenseitige kontamination sowie generelle undichtigkeiten im Bereich Kühlwasser fest. Ein einfacheres System biete hier auch weniger Fehlerquellen.
Neuer Pulswechselrichter

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Ebenfalls überarbeitet wurde der Wechselrichter, der die Drei-Phasen-Asynchronmaschine mit der notwendigen elektrischen Energie versorgt. Im Gegensatz zur APP310 geht man weg vom Huckepack-Wechselrichtiger und hat diesen direkt in das Gehäuse mit integriert.
Der überarbeitete Pulswechselrichter ist eine eigenständige Entwicklung von VW, die dank der verwendeten Hightech-Komponenten und hochwertigen Materialien die Effizienz erhöht und damit den Verbrauch des ID. Polo senkt. Da der Wechselrichter intern entwickelt wurde und gebaut wird, ist man weniger abhängig von externen Zulieferen; nach außen bewirbt VW zudem den Kostenvorteil, der sich auf den günstigen Einstiegspreis des neuen ID. Polo auswirkt.
Zu den weiteren Komponenten des kompakt im Vorderwagen integrierten Antriebs gehören unter anderem die AC- und DC-Ladebuchse vorn auf der rechten Seite, das dort in der Nähe integrierte Ladegerät und der elektrische Klimakompressor. Letzter wurde als wichtiges Bauteil des Thermomanagements aufwendig von der Karosserie entkoppelt und überträgt somit keine Vibrationen in den Innenraum.
Einheits-Batterie made in Salzgitter

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Wie schon mit MEB Baukasten wird auch im MEB+ die Traktionsbatterie zwischen der Vorder- und Hinterachse im Fahrzeugboden platziert. Diese sogenannte „PowerCo Einheitszelle“ ist eine komplette Neuentwicklung des Volkswagen-Konzerns und des Tochterunternehmens PowerCo, die in der Volkswagen Gigafabrik Salzgitter gefertigt wird. Ein zusätzlicher Produktionsstandort ist im spanischen Valencia geplant, um die Produktion von Seat und deren Sub-Marke „Cupra“ auch lokal mit Hochvoltbatterien versorgen zu können.
Die neue „Einheitszelle“ setzt auf die Cell-to-Pack-Technologie, bei der die Zellen ohne den Zwischenschritt über Modulgehäuse direkt zu einem Batteriepack zusammengeführt werden. Das reduziert den Preis, den Bauraum und das Gewicht, sorgt für ein effizienteres Thermomanagement und erhöht die Energiedichte laut Volkswagen um rund 10 Prozent.
LFP- oder NMC-Technik mit bis 450 km Reichweite
Angeboten wird die Batterie im ID. Polo mit einem Netto-Energiegehalt von 37 kWh als Lithium-Ferrophosphat-Akku (LFP) und mit 52 kWh als Nickel-Mangan-Kobalt-Akku (NMC) mit einer höheren Energiedichte. Derzeit noch auf Prognosen basierend, sind die aktuell ermittelten Reichweiten von zirka 300 km in Verbindung mit der 37-kWh-Batterie und bis zu 450 km mit der 52-kWh-Batterie.
Die AC-Ladeleistung beträgt in beiden Fällen 11 kW. Die kleinere Batterie kann an DC-Schnellladesäulen mit bis zu 90 kW geladen werden, die größere mit bis zu 130 kW. Die Prognosen für das DC-Laden von 10 bis 80 Prozent mit 90 kW gehen von rund 27 Minuten Ladezeit aus; mit 130 kW reduziert sich der Wert auf rund 23 Minuten.
