Porsche feiert 100 Jahre Nürburgring mit einer besonderen GT3-Edition

Zum 100. Geburtstag des Nürburgrings legen die Zuffenhausener eine auf 100 Exemplare limitierte Sonderedition des 911 GT3 auf. Das Sondermodell verbindet zahlreiche historische Anspielungen mit handfestem Motorsport-Zubehör.
Mit einer Sonderedition feiert der Sportwagenhersteller das Jubiläum der „grünen Hölle“.
Foto: Porsche

Der Nürburgring wird 100 – und Sportwagenhersteller Porsche nutzt das Jubiläum für eine Sonderedition eines Autos, das wie kaum ein anderes zur Nordschleife passt. Der „911 GT3 100 Jahre Nürburgring“ wird ausschließlich für den deutschen Markt angeboten und ist auf 100 Fahrzeuge limitiert. Die Auslieferung ist für das Jubiläumsjahr 2027 vorgesehen.

Die Verbindung zwischen Porsche und der Strecke reicht weit zurück: Bereits der Porsche 356, das erste Serienmodell der Marke (ab 1948), war in den frühen 1950er Jahren bei den Eifelrennen vertreten – auch wenn noch in privater Hand, offizielle Werksteams folgten erst in den späteren 1960er Jahren.

Die jahrzehntelange Erfahrung auf der Nordschleife nutzte der nutzt der Sportwagenherstellernicht nur im Motorsport, sondern auch als Entwicklungs- und Testgelände für Serienfahrzeuge.

Grün, Gold und ein bisschen „Grüne Hölle“

Technisch basiert die Edition auf dem 911 GT3, optisch trägt sie ihre Nürburgring-Bezüge ziemlich offen zur Schau. Zur Wahl stehen Weiß und GT-Silbermetallic. Dazu kommen grüne Akzente an Front und Heck – eine Anspielung auf den berühmten Spitznamen „Grüne Hölle“ der Nordschleife.

Die grünen Flächen sind als Schutzfolierung ausgeführt und greifen gleichzeitig eine alte Motorsport-Praxis auf: Werksteams kennzeichneten ihre Fahrzeuge mit farbigen Flächen, um sie auf der Strecke leichter unterscheiden zu können.

Historische Nürburgring-Logos auf den Kotflügeln und eine frei wählbare Startnummer zwischen 0 und 999 verstärken den Rennwagen-Look. Die Schrift der Startnummer ist von den Graffiti auf der Nordschleife inspiriert. Dazu kommen 20- und 21-Zoll-Schmiederäder in Californiagold sowie ein goldener Porsche-Schriftzug auf dem Blendstreifen der Frontscheibe. Auch der große Heckflügel bekommt seine Jubiläumsinsignien: goldener Porsche-Schriftzug auf der Unterseite, grüne Sideplates und Nürburgring-Embleme.

Nordschleife auch im Innenraum

Im Cockpit setzt Porsche das Thema konsequent fort. „Welcome to the Green Hell“ steht auf den beleuchteten Einstiegsleisten, während LED-Projektoren den Streckenumriss des Nürburgrings auf den Boden projizieren.

Der hintere Überrollkäfig ist grün lackiert. Beim Fahrersitz scheint Grün durch die perforierten Flächen, die Kopfstütze trägt das Nürburgring-Logo. Auch der Mode-Schalter am GT-Lenkrad bekommt mit der Aufschrift „Grüne Hölle“ seinen eigenen Bezug zur Strecke.

Interessant für Puristen: Die Edition gibt es sowohl mit Siebengang-PDK als auch mit Sechsgang-Handschaltung. Bei letzterer sitzt ein Schaltknauf aus Nussholz in der Mittelkonsole – ein Detail, das Porsche vom 911 Carrera T übernimmt.

Manthey-Kit für die schnelle Runde

Foto: Porsche

Wer die Jubiläumsedition nicht nur sammeln, sondern ernsthaft auf der Rennstrecke bewegen möchte, kann sie mit dem optionalen Manthey-Kit ausrüsten lassen. Es umfasst unter anderem Änderungen an Fahrwerk und Bremsen sowie ein umfangreiches Aerodynamikpaket. Bei 285 km/h soll der Abtrieb damit auf 540 Kilogramm steigen.

Was das auf der Nordschleife bedeutet, hat DTM-Champion Ayhancan Güven bereits demonstriert: Mit dem entsprechend ausgerüsteten GT3 fuhr er eine Runde in 6:50,853 Minuten.

Eine Verbindung seit den frühen Porsche-Jahren

Foto: Porsche

Die Geschichte von Porsche ist eng mit der Eifelstrecke verbunden: Bereits 1953 trat Porsche beim Eifelrennen mit dem 550 Spyder an. 1967 folgte mit dem 910 der erste Porsche-Sieg beim 1.000-Kilometer-Rennen. Zu den großen Momenten der gemeinsamen Geschichte zählt auch Stefan Bellofs legendäre Runde im Porsche 956: 1983 umrundete er die damalige Nordschleife im Training in 6:11,13 Minuten. 2018 setzte Timo Bernhard mit dem Porsche 919 Hybrid Evo und 5:19,546 Minuten eine weitere Bestmarke.

Auch abseits des Motorsports spielt der Ring für Porsche eine wichtige Rolle. Der Hersteller gehörte nach eigenen Angaben zu den ersten, die die Strecke systematisch in ihr Entwicklungsprogramm integrierten. Zwischen März und Oktober werden dort Fahrzeuge unter hoher Belastung erprobt – vom Fahrwerk über Aerodynamik bis zu Dauerlauf- und Funktionstests. Die 20,8 Kilometer lange Nordschleife mit 73 Kurven, starken Höhenunterschieden, Kuppen und Kompressionen gilt bis heute als einer der härtesten Prüfstände der Automobilindustrie.

Der 911 GT3 „100 Jahre Nürburgring“ ist damit vor allem eines: eine ziemlich konsequente Verbeugung vor einer gemeinsamen Geschichte. Seine öffentliche Premiere feiert das Editionsmodell beim Porsche Sixt Carrera Cup Deutschland am 15. und 16. August 2026 auf dem Nürburgring.

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