Private Nachfrage beflügelt den Markt für Freizeitmobile

Reisemobile und Caravans stehen weiterhin hoch im Kurs bei den Deutschen. 2025 wurden gut 94.000 Freizeitfahrzeuge neu zugelassen. Etwas weniger als ein Jahr zuvor, aber trotzdem ein sehr gutes Ergebnis.
Urlaub mit dem Reisemobil ist weiterhin sehr beliebt. Die Verkaufszahlen im Jahr 2025 lagen wieder auf hohem Niveau. Foto: Ingo Jagels / PSN

Der Boom geht weiter. Im Jahr 2025 wurden in Deutschland exakt 94.134 Freizeitfahrzeuge neu zugelassen. Damit liegt die Branche nach Angaben des Caravaning Industrie Verbands e.V. (CIVD) knapp 2,3 Prozent unter dem sehr hohen Niveau des Vorjahres. Während die gewerblichen Neuzulassungen vorübergehend rückläufig sind, entwickelt sich der Privatmarkt bei Reisemobilen weiterhin positiv. Zudem erreicht der Gebrauchtfahrzeugmarkt erneut eine Rekordmarke und unterstreicht das ungebrochen hohe Interesse am mobilen Urlaub.

Dementsprechend zufrieden fällt das Fazit von CIVD-Geschäftsführer Daniel Onggowinarso aus: „2025 war für unsere Branche ein Jahr, das von vielen Herausforderungen geprägt war. Auf der einen Seite mussten Händler und Hersteller ein temporäres Überangebot an Fahrzeugen bewältigen. Gleichzeitig hat die wirtschaftliche Lage in Deutschland zu einer spürbaren Verunsicherung bei vielen Verbrauchern geführt. Dass unsere Branche das Jahr dennoch mit einer so positiven Bilanz abschließt, ist ein deutliches Zeichen für die Stabilität und Anpassungsfähigkeit von Fahrzeugherstellern und Handel. Es zeigt zudem, dass Caravaning nichts von seiner Attraktivität bei den Urlaubern eingebüßt hat.“

Private Nachfrage beflügelt den Markt

Die Zahl der neu zugelassenen Caravans lag im vergangenen Jahr bei 18.766 Einheiten und damit rund 13,4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Nach Angaben des CIVD pendelt sich die Zahl jedoch langfristig auf einem stabilen Niveau ein. Die Reisemobilsparte entwickelte sich hingegen weiterhin positiv: Mit insgesamt 75.368 Neuzulassungen konnte das bereits sehr gute Ergebnis des Vorjahres um fast ein Prozent übertroffen werden. Damit erzielte das Segment das drittbeste Neuzulassungsergebnis aller Zeiten. Während die gewerblichen Reisemobil-Neuzulassungen mit 25.385 Einheiten um 9,7 Prozent zurückgingen, stieg die Zahl der privaten Neuzulassungen auf 49.983 Fahrzeuge (+7,2 Prozent).

Entgegen der rückläufigen Entwicklung im gewerblichen Bereich bleibt die private Nachfrage im Reisemobilsegment damit auf einem bemerkenswert hohen Niveau. Klassische Reisemobiltypen behaupten ihre zentrale Marktstellung und verzeichneten insgesamt ein Plus bei den Neuzulassungen, so die Analyse des Fachverbands. Die Sparte der kompakten Fahrzeuge hingegen musste im Vergleich zum Vorjahr leichte Rückgänge hinnehmen.

Rekordwert bei Gebrauchtfahrzeugen

Auch die Entwicklung auf dem Gebrauchtfahrzeugmarkt unterstreicht das ungebrochen hohe Interesse an Caravaning: Im Jahr 2025 wurden mit insgesamt 192.239 Besitzumschreibungen ein Plus von rund 2,7 Prozent und damit ein neuer Rekordwert erreicht. Beide Fahrzeugsparten trugen zu diesem Ergebnis mit jeweils neuen Höchstwerten bei: 111.034 gebrauchte Reisemobile (+4,1 Prozent) und 81.205 Caravans (+0,8 Prozent) wechselten in den vergangenen zwölf Monaten den Besitzer.

Der zu Jahresbeginn überdurchschnittlich hohe Fahrzeugbestand auf den Händlerhöfen konnte dank einer konstanten Nachfrage nach Neu- und Gebrauchtfahrzeugen sowie geringerer Neufahrzeugauslieferungen deutlich reduziert werden, schreibt der CIVD. Im weiteren Verlauf des Jahres 2026 wird erwartet, dass sich der Bestand wieder auf einem normalen Niveau einpendelt. Die angebotsbedingten Anpassungen – sprich Rückgänge – in der Fahrzeugproduktion wirkten sich auch auf den Branchenumsatz aus: Die deutsche Caravaningindustrie erzielte im Jahr 2025 einen Gesamtumsatz von rund 14,1 Milliarden Euro (ca. -6,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr).

Ausblick für 2026

„Mit Blick auf das Caravaning-Jahr 2026 steht unsere Branche weiterhin vor Herausforderungen, blickt zugleich aber mit Optimismus auf die kommenden Monate“, zieht Daniel Onggowinarso Bilanz. „Die Lage in Industrie und Handel war infolge der angespannten Angebotssituation in den vergangenen zwölf Monaten anspruchsvoll für alle Branchenakteure. Hersteller, Händler und Finanzdienstleister haben jedoch eng zusammengearbeitet und wirksame Strategien entwickelt, die die Branche durch diese herausfordernde Phase geführt haben. Die wichtigsten Branchenindikatoren zeigen, dass sich Industrie und Handel trotz aller Widrigkeiten insgesamt auf einem guten Weg befinden. Das grundlegende Interesse an Reisemobilen und Caravans, die gut besuchten Caravaning-Messen sowie ein weiterhin starkes Vermietgeschäft machen deutlich, dass die Attraktivität des mobilen Urlaubs ungebrochen ist.“

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