Rekord für internationale Hersteller: E-Mobilität belebt den Automarkt

Die Nachfrage nach Elektroautos hat dem deutschen Pkw-Markt im ersten Halbjahr 2026 deutlich Rückenwind verliehen. Besonders internationale Hersteller und chinesische Marken legten kräftig zu und gewannen Marktanteile.
Foto: Ingo Jagels / PSN

Der deutsche Pkw-Markt ist im ersten Halbjahr 2026 spürbar gewachsen. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) wurden von Januar bis Juni knapp 1.485 Neuwagen zugelassen – ein Plus von 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Treiber der positiven Entwicklung waren vor allem batterieelektrische Fahrzeuge (BEV), deren Neuzulassungen in den ersten sechs Monaten des Jahres um 48 Prozent auf gut 368.000 Einheiten zulegten. Damit erreichten reine Elektroautos einen Marktanteil von 24,8 Prozent. Zusammen mit Plug-in-Hybriden kamen Elektrofahrzeuge auf exakt 531.799 Neuzulassungen und einen Marktanteil von 35,8 Prozent.

Von der steigenden Nachfrage profitierten insbesondere internationale Hersteller. Ihre Neuzulassungen stiegen im ersten Halbjahr um 7,7 Prozent und damit stärker als der Gesamtmarkt. Ihr Marktanteil lag bei 44,2 Prozent. Im Juni erreichten sie mit 45,9 Prozent sogar den höchsten bislang erfassten Marktanteil seit mehr als 17 Jahren. Nach Einschätzung des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) trugen sie damit maßgeblich zur Erholung des deutschen Automarktes bei.

Chinesen auf dem Vormarsch

Besonders dynamisch entwickelten sich chinesische Hersteller. Größter Gewinner unter den volumenstarken Marken war BYD. Der Hersteller steigerte seine Neuzulassungen um 315 Prozent auf 26.252 Fahrzeuge und erreichte einen Marktanteil von 1,8 Prozent. Auch MG Roewe setzte seinen Wachstumskurs mit einem Plus von 40,2 Prozent auf 16.152 Fahrzeuge fort.

Aber auch die Fahrzeuge des US-amerikanischen Herstellers Tesla verkaufen sich gut. Die Marke legte im ersten Halbjahr um 225 Prozent auf 28.857 Neuzulassungen zu. Ebenfalls stark waren Mini (+39 Prozent), Fiat (+29 Prozent), Mazda (+20 Prozent) und Skoda (+18 Prozent). Mit 128.218 Neuzulassungen blieb Skoda zugleich stärkste Importmarke und erreichte einen Marktanteil von 8,6 Prozent.

Volkswagen trotz Absatzrückgang eindeutig an der Spitze

Unter den deutschen Herstellern behauptete Volkswagen trotz eines Rückgangs um 4,3 Prozent auf 273.747 Fahrzeuge seine Spitzenposition im Markt und kam auf einen Anteil von 18 Prozent. BMW steigerte seine Zulassungen um 6,5 Prozent auf 126.766 Fahrzeuge, Audi legte um neun Prozent auf 106.422 Einheiten zu. Mercedes-Benz bewegte sich mit einem leichten Minus von 0,8 Prozent nahezu auf Vorjahresniveau, während Opel mit einem Plus von 14,5 Prozent zu den Gewinnern gehörte. Porsche musste dagegen einen Rückgang von 5,5 Prozent hinnehmen. Zu den Verlierern des ersten Halbjahres zählten vor allem Toyota mit einem Minus von 18,5 Prozent sowie Volvo (-17,6 Prozent), Ford (-9,2 Prozent) und Seat (-5,7 Prozent).

Auch bei kleineren Marken setzte sich der Trend zu neuen Elektroanbietern fort. Leapmotor steigerte seine Neuzulassungen um mehr als 300 Prozent auf 8.402 Fahrzeuge, Xpeng wuchs um 215 Prozent und Smart um 116 Prozent. Aufgrund ihres noch geringen Absatzvolumens liegen diese Marken allerdings weiterhin unter einem Marktanteil von einem Prozent.

VDIK sieht Potenzial für weiteres Wachstum

Der Juni bestätigte den positiven Trend. Die Pkw-Neuzulassungen stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 15,7 Prozent auf 296.378 Fahrzeuge, kalenderbereinigt entspricht dies einem Wachstum von 5,2 Prozent. Besonders stark entwickelte sich erneut der Elektrobereich: Mit 84.057 neu zugelassenen batterieelektrischen Pkw erreichten BEV einen Marktanteil von 28,4 Prozent – der höchste Wert seit dem Auslaufen der staatlichen Kaufprämie im August 2023 und zugleich der dritthöchste jemals gemessene Monatswert. Zusammen mit Plug-in-Hybriden lag der Elektroanteil im Juni bereits bei 39,2 Prozent.

Für die kommenden Monate sehen Branchenvertreter weiteres Potenzial. Der VDIK geht davon aus, dass die anhaltend hohe Nachfrage nach Elektrofahrzeugen die Markterholung weiter stützen und mittelfristig einen deutschen Pkw-Gesamtmarkt mit wieder annähernd drei Millionen Neuzulassungen pro Jahr ermöglichen könnte.

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