Wenn der Kraftstoffverbrauch zu hoch ist, die Rücklaufmengen nicht stimmen oder die Flammringe durchgeblasen sind, müssen die Injektoren ausgetauscht werden. Dabei gibt es einiges zu beachten, um das empfindliche System nicht zu stören.
Vorbereitungen und Reinigung des Umfeldes

Bei der Arbeit am Einspritzsystem ist ein sauberes Umfeld besonders wichtig. Denn bereits kleinste Schmutzpartikel können Injektoren und Hochdruckpumpe beschädigen. Daher sollte das Umfeld bereits vor Beginn der Arbeiten gereinigt werden.
Rücklaufleitung trennen

Im zweiten Schritt wird nach der Reinigung des Umfelds die Rücklaufleitung von den Injektoren getrennt. Bei den meisten modernen Injektoren ist diese gesteckt, bei höheren Laufzeiten kann ein kleiner Hebel erforderlich sein, um die Arretierung zu lösen. Anschließend werden die alten O-Ringe entfernt (siehe Bild) und später vor der erneuten Montage durch neue Dichtelemente ersetzt. Besonders wichtig ist es nun, die Rücklaufbohrungen der Injektoren direkt zu verschließen. So wird verhindert, dass Schmutz in die empfindlichen Komponenten eindringen kann. Auch die Stecker, die die Magnetventile der Injektoren steuern, werden nun getrennt.
Trennen der Hochdruckleitungen

Beim Lösen der Hochdruckleitungen ist es ratsam, spezielle Leitungsschlüssel in Form eines Maulschlüssels oder Leitungssteckschlüssel, die einer Stecknuss ähneln, zu verwenden. Diese umschließen die Überwurfmutter zu drei Viertel und können aufgrund ihrer robusten Bauart mehr Kraft übertragen. Gleichzeitig schlagen sie aufgrund ihrer schmaleren Außenbauform nicht so schnell an benachbarte Bauteile an.
Beim Lösen sollten zunächst alle Verbindungen gelöst, aber nicht abgeschraubt werden. So wird das Verdrehen der Leitung wirkungsvoll verhindert und das Eindringen von Schmutz minimiert.
Dabei ist es wichtig, auf die Sauberkeit zu achten. Die Anschlüsse am Rail sind umgehend zu verschließen. Die abgenommenen Hochdruckleitungen, aus denen stets noch ein paar Tropfen Kraftstoff laufen, legt man am besten auf ein sauberes, fusselfreies Tuch.

Injektoren auszuziehen

Um die Injektoren aus ihren Schächten zu ziehen, werden spezielle Ausziehwerkzeuge verwendet. Diese sind in der Regel motor- oder herstellerspezifisch, um die Bauart der Injektoren und die Platzverhältnisse am Zylinderkopf zu berücksichtigen.
Mit einem Gleithammer werden die Injektoren vorsichtig gelöst. Spezielle Injektor-Lösesprays helfen dabei, Verkrustungen zu lösen und das Entfernen zu erleichtern.
Flammringe erneuern

Nachdem der Injektor ausgebaut wurde, muss noch der Flammring ausgetauscht werden, damit er bei der erneuten Montage wieder perfekt abdichtet. Sollten die Kupferringe festgebacken sein, hilft auch hier ein kleiner Gleithammer, der mit einem Gewinde in den Dichtring eingeschraubt wird.
Sauberkeit beim Einbau beachten

Nachdem die Injektorschächte gereinigt und mit neuen Flammringen bestückt wurden, können die neuen Injektoren eingesetzt werden. Dabei sollte die Position der Rücklaufleitungen überprüft werden, bevor diese angezogen werden. Die Verschlussstopfen bleiben auf den Injektoren, bis die Hochdruckleitung wieder angeschlossen wird.
Injektoren korrekt anziehen

Sind die Hochdruckleitungen verbunden, kann der Injektor mit einem Drehmomentschlüssel und einer Drehwinkelhilfe wieder mit dem korrekten Drehmoment gemäß Herstellervorgabe angezogen werden. Dieses beträgt in der Regel 30 bis 40 Newtonmeter (reines Drehmoment) oder 7 Nm Vorzug und 270 Grad Drehwinkel (VW) beziehungsweise 8 Nm und 2 x 90 Grad Drehwinkel (Mercedes), um den Kupferdichtring exakt zu verformen.
Rücklaufleitung verbinden

Im letzten Schritt im Motorraum wird die Rücklaufleitung wieder verbunden, nachdem sie mit neuen Dichtringen ausgestattet wurde. Auch die Steckverbindungen der Injektoren werden wieder verbunden. Für verlorene Halteklammern und abgebrochene Rückrufnippel bietet der Fachhandel entsprechende Reparatursätze an.
Injektoren codieren

Obwohl Dieselinjektoren nach höchsten Qualitätsstandards gefertigt werden, gibt es minimale Abweichungen von Injektor zu Injektor. Diese werden durch die auf der Verpackung des jeweiligen Injektors hinterlegten Korrekturdaten ausgeglichen. Damit das Fahrzeug den Neuzustand der Injektoren direkt erkennt, müssen diese mittels Diagnoseadapter codiert werden.
Nach einer anschließenden Probefahrt und einer Dichtigkeitsprüfung ist der Austausch der Injektoren abgeschlossen.


