Studie: Abhängigkeit der Zulieferer vom Verbrenner bleibt hoch

Foto: Ingo Jagels / PSN

Die E-Mobilität kommt langsam aber stetig in Fahrt. So entfielen 2025 bei Audi 19,5 Prozent der Neuzulassungen in Deutschland auf Elektroautos, bei BMW waren es 20 Prozent. VW brachte 18,3 Prozent aller Neuzulassungen als BEV an den Mann.
Grund zum Jubeln sieht die Zuliefererindustrie dennoch nicht, denn die Transformation erfolgt noch immer mit angezogener Handbremse. Zudem werden ihr international, vor allem im wichtigen US-Markt, hohe Hindernisse in den Weg gelegt.
 
Berylls by AlixPartners hat mit der jüngsten, jährlich wiederkehrenden Umfrage unter Zulieferern die Stimmungslage der Automobilzulieferer eingefangen und analysiert. Dr. Jürgen Simon, Partner bei Berylls by AlixPartners, sagt: „Die Transformation zur E-Mobilität geht weiter, aber deutlich langsamer und volatiler als erwartet. Die europäischen Zulieferer erleben zwar eine anhaltende Verschiebung der Industrie in Richtung E-Mobilität, diese wird jedoch von geringerer Planungssicherheit, verzögerten Plattformanläufen und schwächerem Markthochlauf begleitet.“

Dr. Jürgen Simon, Partner bei Berylls, hat die Zulieferer-Studie 2025 analysiert.
Foto: Berylls by AlixPartners

Abhängigkeit vom Verbrenner bleibt hoch

Entsprechend bleibt die Abhängigkeit vom Verbrennungsmotor hoch und schwindet langsamer als geplant. Mehr als 70 Prozent der Zulieferer erwirtschaften nach wie vor mehr als ein Viertel ihres Umsatzes mit dem Benziner- und Dieselgeschäft. Selbst bis 2030 rechnen viele der Befragten nur mit einer moderaten Reduzierung dieser Abhängigkeit.

Die Abhängigkeit vom Verbrenner bleibt hoch.
Foto: Berylls by AlixPartners

Uneinigkeit herrscht in der Branche bei den Erwartungen an die Margen- und Profitabilitätsentwicklung. „Während ein wachsender Teil der Zulieferer auf Margenverbesserungen hofft, sehen rund 23 Prozent zusätzlichen Druck auf sich zukommen“, erläutert Dr. Jürgen Simon.

Angesichts gesunkener Umsatzprognosen und zunehmenden Wettbewerbsdrucks wird eine weitere Konsolidierung unter den Zulieferern von Komponenten für die Elektromobilität immer wahrscheinlicher. Innerhalb der nächsten sechs Jahre rechnen 92 Prozent der befragten Unternehmen mit einem deutlichen Konsolidierungstrend in der Zulieferlandschaft für die Elektromobilität; mehr als die Hälfte (52 Prozent) sogar innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre.

Vertrauen in E-Mobilität als Wachstumstreiber hat spürbar abgenommen

Im Rahmen der jährlichen Analyse haben die Zuliefererexperten von Berylls by AlixPartners mit Führungskräften von 49 europäischen Automobilzulieferern aus verschiedenen Segmenten (beispielsweise Antriebsstrang, E/E, Innenausstattung, Außenausstattung, Karosserie und Software) und verschiedenen Unternehmensgrößen gesprochen, darunter mehrere Unternehmen aus dem Berylls TOP-100-Zulieferer Ranking.
Zusammenfassend zeichnet sich ab, dass das Vertrauen in die E-Mobilität als Wachstumstreiber im Vergleich zu vorangegangenen Umfragen spürbar abgenommen hat. Tatsächlich sieht nur noch knapp die Hälfte der Befragten in der Elektromobilität eine Chance. Dieser Wert hat in den letzten drei Jahren kontinuierlich abgenommen. Ein wachsender Anteil der Zulieferer betrachtet die Elektromobilität inzwischen als neutral oder sogar als riskant. Diese Verschiebung spiegelt die Unsicherheit hinsichtlich der Marktentwicklung, die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Skalierung von BEV-Programmen und den zunehmenden Wettbewerbsdruck wider.

Die Studie selbst finden interessierte Leser hier zum Download.

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