
Foto: Ultinon-Motion
Automobilgeschäft des Leuchtmittelherstellers Philips, welches die von 1999 bis 2024 unter Lumileds und anschließend von 2025 bis heute unter Ultinon-Motion firmierte, ist insolvent. Am Traditionsstandort Aachen bangen nun 500 Mitarbeiter um ihre Jobs.
Hinter der Ausgründung steht eine bewegte Geschichte: Von den niederländischen Namensgebern gegründet, wurde die Automobilsparte Lumileds 1999 ausgegründet. 2015 verkaufte man 80 Prozent der Unternehmensanteile an eine Investmentgesellschaft, Philips hielt die übrigen knapp 20 Prozent der Anteile.
Ab 2017 wurden auch die letzten Anteile von Philips abgelöst, das Unternehmen war seither im Eigentum der Apollo-Global-Investmentgesellschaft. 2022 kam es zur Insolvenz in Eigenverwaltung, aus der sich das Unternehmen nach 63 Tagen selbst befreien konnte und sich nach einer Restrukturierung neu aufstellte. Zwei Jahre später, im Oktober 2024, ging die Lumileds für 239 Millionen US-Dollar an den Großinvestor Frist Brands.
Die Insolvenz wurde beim Aachner Amtsgericht angemeldet, zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Wolfgang Piroth, Partner der Husemann GbR Insolvenzverwaltung, bestellt.
Aftermarketgeschäft profitabel
Besonders bitter für die Mitarbeiter in Aachen: Das eigene Aftermarketgeschäft mit Leuchtmitteln und Retro-Fit LEDs war bis zuletzt profitabel. Die Insolvenz sei durch hohe Zahlungen an die US-Mutter zustande gekommen, so das Unternehmen auf Anfrage.
Jetzt beginnt die Suche nach einem neuen Investor, der das Geschäft retten könnte. Im First Brands Skandal steht auch die Veruntreuung von Milliarden im Raum, wie die Kollegen vom Handelsblatt berichten.
