
Im Jahr 2023 übernahm der US-amerikanische Teilehändler LKQ für rund 2,1 Milliarden US-Dollar den kanadischen Autolackspezialisten Uni-Select. Drei Jahre später droht der LKQ Corporation wegen der damaligen Übernahme erheblicher juristischer Ärger. Mehrere US-Anwaltskanzleien haben Sammelklage eingereicht. Sie werfen dem börsennotierten Unternehmen eine unzureichende Information seiner Aktionäre vor. Nach Bekanntwerden der Klage in der vergangenen Woche brach der Aktienkurs von LKQ, der ohnehin seit Jahren unter Druck steht, zeitweise um über zehn Prozent ein.
Konkret werfen die Kläger dem Management vor, Anleger über den Zustand der Uni-Select-Tochter FinishMaster getäuscht zu haben. Das auf den Verkauf von Reparaturlacken spezialisierte Unternehmen habe bereits vor Abschluss des Deals mit Uni-Select wichtige Kunden und Marktanteile verloren. Wie das Magazin „Börse Express“ berichtet, machen die Kanzleien diese Probleme für die erheblichen Rückgänge des LKQ-Aktienkurses zwischen April 2024 und Juli 2025 verantwortlich.
Erhebliche Probleme an der Börse
Ein Blick auf die Kursentwicklung der LKQ-Aktie zeigt die Probleme sehr deutlich. In den vergangenen zwölf Monaten hat der Ersatzteilhändler rund ein Drittel seines Aktienwertes verloren. Aktuell liegt der Kurs knapp 45 Prozent unter dem Wert von vor fünf Jahren. Das Börsenmagazin Stock World verweist in diesem Zusammenhang auf die Probleme von LKQ im operativen Geschäft in Nordeuropa und Europa. Im Jahr 2025 verzeichnete das Unternehmen einen Umsatzrückgang von 1,3 Prozent auf in Summe 13,8 Mrd. US-Dollar. Auch der Nettogewinn lag mit 596 Mio. US-Dollar nicht nur unter dem Vorjahreswert, sondern prozentual auch signifikant unter den Werten relevanter Wettbewerber.
Betroffene bzw. interessierte Anleger können sich noch bis zum 22. Juni 2026 der Sammelklage anschließen.



