
Verkauft wird das Free-Floating-Carsharing-Geschäft von Free2move, das derzeit in 14 Städten in Europa und den USA aktiv ist. Bis zum Abschluss der Transaktion sollen die Dienstleistungen für Kunden ohne Einschränkungen weiterlaufen. Auch für Mitarbeitende und Geschäftspartner soll ein reibungsloser Übergang gewährleistet werden.
Mit dem Verkauf setzt Stellantis seinen strategischen Fokus stärker auf das Kerngeschäft als Fahrzeughersteller. Gleichzeitig beendet der Konzern sein Engagement in einem Geschäftsfeld, das noch vor wenigen Jahren als wesentlicher Bestandteil zukünftiger Mobilitätskonzepte galt.
Carsharing verliert an Bedeutung für Hersteller
Investor Mutares kündigte an, das Carsharing-Geschäft als eigenständiges Unternehmen weiterzuführen. Dazu will das Unternehmen das Flottenmanagement optimieren, den Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge steigern und die digitale Kundenplattform stärken. Der Abschluss der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der üblichen behördlichen Genehmigungen und wird bis Ende 2026 erwartet.
Der Verkauf von Free2Move reiht sich in den branchenweiten Trend ein. In den vergangenen Jahren haben sich nahezu alle großen Automobilhersteller von ihren Carsharing-Aktivitäten getrennt oder ihre Investitionen in derartige Projekte deutlich reduziert. So verkauften BMW und Mercedes-Benz ihren gemeinsamen Anbieter ShareNow bereits 2022 an Stellantis. Auch Volkswagen stieg 2022 mit dem Verkauf von WeShare an Miles Mobility aus dem operativen Carsharing aus. Mit der nun vereinbarten Weiterveräußerung an Mutares zieht sich Stellantis ebenfalls aus dem operativen Carsharing-Geschäft zurück.
Carsharing kaum wirtschaftlich zu betreiben
Dass mit Stellantis nun der letzte Fahrzeughersteller aus dem Carsharing-Geschäft ausgestiegen ist, kann als weiteres Zeichen dafür betrachtet werden, dass sich das ursprünglich als Zukunftsmodell gehandelte Free-Floating-Carsharing für Fahrzeughersteller nur schwer wirtschaftlich betreiben lässt.
Hohe Investitionen in Fahrzeugflotten, Wartung, Logistik und Digitalisierung treffen auf einen intensiven Wettbewerb und niedrige Margen. Deshalb konzentrieren viele Hersteller ihre Investitionen wieder verstärkt auf ihre Kernkompetenzen des Fahrzeugbaus und dessen Aftersalesgeschäft.
Mit der Übernahme steht Mutares vor der Herausforderung, ein Geschäftsmodell wirtschaftlich erfolgreich weiterzuentwickeln, an dem sich zuvor mehrere Automobilhersteller die Zähne ausgebissen haben.



