
Anfang Oktober meldete Pneuride Limited, der britische Hersteller hinter den Luftfederungskomponenten der Marke Dunlop, Insolvenz an. Nach Angaben der Insolvenzverwalter der Beratungsgesellschaft Interpath ist das Unternehmen infolge einer anhaltend schwachen Geschäftsentwicklung sowie zunehmenden Drucks auf Liquidität und Margen in finanzielle Schwierigkeiten geraten.
Auf dem deutschen Markt werden die Dunlop-Luftfederungskomponten von AIC Germany vertrieben. Wir haben bei Geschäftsführerin Kristin Steinhorst nachgefragt, welche Auswirkungen die Insolvenz auf den deutschen Aftermarket hat.
Frau Steinhorst, wann haben Sie von der Insolvenz der Pneuride Ltd. erfahren?
Kristin Steinhorst: Wir wurden selbst völlig von der Insolvenz überrascht und haben erst Anfang Oktober durch die Mitteilung des Insolvenzverwalters davon erfahren. Wir hatten während der Automechanika noch persönliche Gespräche mit dem Pneuride-Management bei uns am Stand geführt. Zu diesem Zeitpunkt gab es für uns keinerlei Anzeichen einer drohenden Schieflage.
Wie geht es jetzt mit der Marke weiter?
Steinhorst: Nach intensiven Gesprächen mit dem Insolvenzverwalter konnten erfreulicherweise rasch Weichen gestellt werden, um die Produktion am historischen Standort in Coventry zu erhalten. Die Fertigung wird künftig unter der neu gegründeten Pneuride Automotive Ltd. fortgeführt. Dabei wurden das notwendige Know-how, die Produktionsanlagen sowie ein erfahrenes Kernteam von neun Mitarbeitern übernommen. Damit ist die Basis geschaffen, um die reguläre Produktion bereits im Laufe des Novembers wieder hochzufahren.
Und in der Zwischenzeit? Gibt es Lieferengpässe?
Steinhorst: Nein, keineswegs. Um die Versorgung unserer Kunden weiterhin lückenlos abzusichern, verfügen wir über umfangreiche Bestände direkt bei uns im Zentrallager in Glinde sowie über fertig produzierte Ware vor Ort in UK. Wir verfügen also über ausreichend Produkte am Lager, um die nahtlose Belieferung des Marktes vollständig abzudecken, bis die reguläre Produktion im Laufe des Novembers wieder anläuft.
Wie steht es um das Thema Gewährleistung?
Steinhorst: Als Vertriebspartner übernehmen wir weiterhin alle Gewährleistungsfälle unserer Kunden und können sie auch künftig mit Ware versorgen. So können sich Werkstätten und Handel auch weiterhin auf unsere Produkte verlassen – sowohl vor als auch nach dem Verkauf.
