Orientierung für den Umgang mit E-Auto-Batterien im Schadensfall

Der TÜV-Verband hat einen Leitfaden zur Bewertung verunfallter Hochvoltbatterien veröffentlicht. Er richtet sich an Sachverständige, Gutachter und Werkstätten und gibt praxisnahe Orientierung.
Mit spezialisierten Prüfverfahren lassen sich Batteriedefekte wie interne Kurzschlüsse, Zellschäden oder thermische Instabilitäten identifizieren. Foto: Ingo Jagels / PSN

Mit der steigenden Zahl von Elektrofahrzeugen wächst auch die Bedeutung eines sicheren Umgangs mit Hochvoltbatterien, die bei einem Unfall beschädigt wurden. „Auch wenn äußerlich keine Schäden sichtbar sind, können defekte Antriebsbatterien nach einem Unfall Brände, Stromschläge oder Leckagen giftiger Chemikalien verursachen“, warnt Robin Zalwert, Referent für nachhaltige Mobilität beim TÜV-Verband. Um solche versteckten Risiken zuverlässig zu erkennen, hat der Verband den Leitfaden „Bewertung verunfallter Hochvoltbatterien in Elektrofahrzeugen“ veröffentlicht.

Für die Untersuchung kommen spezialisierte Prüfverfahren zum Einsatz. Mit der Messung des Isolationswiderstands, thermografischen Analysen und der Auswertung von Fahrzeugdaten lassen sich Defekte wie interne Kurzschlüsse, Zellschäden oder thermische Instabilitäten identifizieren. Auch Transport- und Lagervorschriften für Unfallfahrzeuge sind zu beachten, um Einsatzkräfte, Werkstattpersonal und die Umwelt zu schützen.

Reparatur oft günstiger als Kompletttausch

Neben der Sicherheit beleuchtet der neue Leitfaden auch wirtschaftliche und ökologische Aspekte. Eine Reparatur einzelner Batteriemodule ist oft günstiger als der Komplettaustausch – und aus Umweltsicht ohnehin vorzuziehen. „Jede Batterie, die länger genutzt wird, reduziert den Bedarf an neuen Rohstoffen und verbessert die Klimabilanz der Elektromobilität“, so Zalwert. Ob eine Instandsetzung sinnvoll ist, hängt vom Zustand der Batterie, dem sogenannten State of Health, sowie vom Fahrzeugwert ab.

Der TÜV-Verband fordert zudem einheitliche Standards und klare Vorgaben der Hersteller. Diese seien entscheidend für die sichere Bewertung und Instandsetzung von Hochvoltbatterien sowie für die Wahrung von Garantieansprüchen. „Sachverständige spielen eine Schlüsselrolle für die Sicherheit im Umgang mit verunfallten Elektrofahrzeugen“, sagt Zalwert. „Dafür brauchen sie verlässliche Daten, klare Prozesse und kontinuierliche Weiterbildung.“

Der neue Leitfaden für den sicheren und wirtschaftlich sinnvollen Umgang mit verunfallten Hochvoltbatterien ist auf der Website des TÜV-Verbands abrufbar.

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