First Brands Group wird zerschlagen – erste Marken unter dem Hammer

Nach der Insolvenz des US-Zulieferers First Brands Group, von der auch hierzulande Unternehmen wie Westfalia Automotive oder Ultinon Motion Germany betroffen waren, werden nun erste Marken verkauft, um die Verbindlichkeiten zu begleichen.
Foto: First Brands Group

Im September vergangenen Jahres meldete die US-amerikanische First Brands Group ihre Zahlungsunfähigkeit an. Nun beginnt der Abverkauf der Unternehmenswerte, um die Forderungen der Geldgeber zu begleichen. Doch nicht alle Marken und Werke können gerettet werden.

Laut Gerichtsdokumenten hat PGI Northstar, ein Unternehmen, das sich auf Restrukturierungen und die Neuausrichtung von Zulieferern im Automobilbereich spezialisiert hat, ein erstes Angebot zur Übernahme von zwölf Marken aus dem First-Brands-Konzern eingereicht.

Das Angebot, welches unter anderem die Marken Fram (Filter), Autolite (Zündkerzen) und Trico (Scheibenwischer) umfasst, muss jedoch noch durch das zuständige amerikanische Verwaltungsgericht bestätigt werden. Gegen dieses Angebot hatte der für Ladegeräte bekannte Hersteller Noco Co. bereits Einspruch eingereicht, weil das Unternehmen im Bieterverfahren laut eigener Angabe unrechtmäßig ausgeschlossen wurde. Hier steht eine abschließende Klärung des Gerichtes noch aus.

17 Werke geschlossen, 4000 Mitarbeiter entlassen

Weniger erfreulich ist die Lage in anderen Werken und Marken der First Brands Group. Die finanziellen Probleme sind so erheblich, dass seit Beginn dieses Jahres bereits 17 Werke geschlossen wurden und rund 4.000 Mitarbeiter ihre Jobs verloren haben. Vor allem betroffen von den Schließungen sind Werke in Ohio (1.200 Mitarbeiter) sowie weiteren Großstandorte wie Brownswille und Tennessee (zusammen 2.000 Beschäftigte), wie Yahoo Finance berichtet. Die Bremsenmarken Brake Parts Inc. und Cardone wurden in diesem Zuge eingestellt.

Drei Werke produzieren für Ford

Da der Fokus der First Brands Group auf dem nordamerikanischen Markt lag, ist es naheliegend, dass die Auswirkungen dort am stärksten sind. So sind auch drei für Ford wichtige Tier-One-Zulieferer in die finanzielle Schieflage geraten, sodass sich der Fahrzeughersteller genötigt sah, diese mit Finanzspritzen am Leben zu erhalten, um die eigene Versorgung mit Teilen sicherzustellen.

Ford und andere Autohersteller haben einige First Brands-Betriebe durch Vorauszahlungen für Teile am Leben erhalten, sagte Ford-Anwalt Mark E. Freedlander während einer Insolvenzanhörung am 27. Februar.

Laut dem Verfahren haben sich nun potenzielle Käufer gefunden, die die für die Erstausrüstung wichtigen Werke übernehmen wollen. Für die Mitarbeiter geht es um den Erhalt von tausenden Arbeitsplätzen, während die insolvente Muttergesellschaft darum kämpft, weitere Schließungen und die Liquidation der verbleibenden Betriebe zu vermeiden.

Während sich die Westfalia-Automotive-Group bereits in der Neuausrichtung befindet, ist der Fortbestand von Herstellern wie Ultinon Motion Germany (vormals Philips Ultinon) und anderen deutschen Herstellern, die zur First Brands Group gehören, derzeit noch unbekannt. Wir werden über die weitere Entwicklung berichten.

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