
Wer moderne Fahrzeuge reparieren will, muss Fehler auslesen, Systeme diagnostizieren, Sensoren kalibrieren und Softwarefunktionen aktualisieren können. Mit der zunehmenden Verbreitung von vernetzten Fahrzeugen, digitalen Geschäftsmodellen und neuen Antriebstechnologien wird der Zugang zu Fahrzeugdaten zur zentralen Voraussetzung für einen funktionierenden Wettbewerb im Aftermarket.
Doch ohne die erforderlichen Fahrzeug- und Reparaturdaten entscheidet nicht mehr die Werkstatt über den Erfolg einer Reparatur, sondern das Wohlwollen der Hersteller. Der Bundesinnungsverband des Kraftfahrzeughandwerks (BIV-Kfz) fordert in einem Grundsatzpapier daher diskriminierungsfreie, sichere und faire Zugänge für alle qualifizierten Marktteilnehmer. „Cybersecurity bleibt wichtig, darf aber nicht als Vorwand dienen, um unabhängige Reparaturmöglichkeiten einzuschränken“, heißt es in dem am Dienstag vorgestellten „Themenkompass Kfz-Handwerk“.
Dieser benennt fünf Leitlinien:
- Datenzugang sichern,
- Reparatur stärken,
- Transformation ermöglichen,
- Fachkräfte gewinnen und
- Bürokratie abbauen.
Im Mittelpunkt der Forderungen steht, dass Kfz-Betriebe Fahrzeuge auch künftig unabhängig warten, reparieren, kalibrieren und aktualisieren können. Dazu gehören verfügbare Ersatzteile, uneingeschränkte Reparaturinformationen einschließlich softwarebasierter Funktionen und der Abbau digitaler Sperren.
Betriebe brauchen verlässliche Rahmenbedingungen
Neue Fahrzeugtechnologien verändern die Anforderungen an Betriebe und Beschäftigte. Dafür braucht es rechtssichere und verlässliche Rahmenbedingungen, EU-weit anerkannte Qualifizierungsstandards und praxistaugliche Regeln für softwarebasierte Fahrzeugfunktionen. Nötig seien moderne, technologieoffene Ausbildungsordnungen für die Fachkräftesicherung, bessere Bedingungen für Betriebsnachfolgen und Unternehmensgründungen sowie weniger Melde-, Dokumentations- und Nachweispflichten.
Der BIV-Kfz fordert zusammenfassend einen offenen und innovationsfreundlichen Mobilitätsmarkt. Gesetzgeber müssen den diskriminierungsfreien Zugang zu Fahrzeugdaten, Reparaturinformationen und softwarebasierten Funktionen verbindlich absichern. Nur so würden Wettbewerb, Wahlfreiheit und bezahlbare Mobilität im Aftermarket erhalten bleiben.
Den vollständigen Themenkompass können Sie hier einsehen.



