LKQ zieht Jahresprognose zurück und tauscht Führung aus

Der Teilehandelskonzern LKQ reagiert auf Ergebniseinbußen mit mehren Wechseln in der Führung und externen Beratern für das Europageschäft. Zu den belastenden Faktoren zählt auch eine schwierige ERP-Einführung in Deutschland.
Die Geschäfte könnten für den Teilehändler LKQ aktuell besser laufen. Vor allem das Europageschäft bereitet aktuell wenig Freude. Foto: LKQ

Während die meisten Unternehmen im Automotive Aftermarket zumindest ordentliche Umsatzzuwächse verzeichnen, laufen die Geschäfte für den US-amerikanischen Teilehändler LKQ derzeit nicht rund. Vor allem das Europageschäft entwickelt sich deutlich schwächer als erwartet. Nach vorläufigen Zahlen des börsennotierten Konzerns sank der Umsatz mit Teilen und Dienstleistungen in Europa im dritten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 9,8 Prozent. Die EBITDA-Marge der Europa-Einheiten lag den Angaben zufolge zwischen 4,1 und 5,1 Prozent. Ein Jahr zuvor hatte sie noch 10 Prozent betragen.

Als Ursachen für das schwierige Europa-Geschäft nennt LKQ schwache Absatzzahlen in Großbritannien und den Benelux-Ländern. Aber auch operative Störungen im Zusammenhang mit der Einführung eines ERP-Systems in Deutschland wirken sich negativ aus. Nähere Angaben zu Art und Umfang der Störungen in Deutschland macht das Unternehmen nicht.

Für den Gesamtkonzern erwartet LKQ im dritten Quartal einen Umsatz von 3,32 Milliarden US-Dollar (2,96 Milliarden Euro) nach 3,50 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Rückgang um rund 5 Prozent. Der organische Umsatz mit Teilen und Dienstleistungen verringerte sich konzernweit um 5,4 Prozent. Unter dem Strich rechnet LKQ im dritten Quartal mit einem Nettoverlust von 16 bis 32 Millionen US-Dollar. Im dritten Quartal 2025 hatte der entsprechende Gewinn noch 178 Millionen US-Dollar betragen.

Wechsel an der Konzern- und Europaspitze

Die aktuellen Entwicklungen haben personelle Konsequenzen. Konzernchef Justin Jude musste das Unternehmen mit sofortiger Wirkung verlassen. Seine Nachfolge als President und Chief Executive Officer übernimmt am 15. Dezember 2026 Salvatore A. Abbate. Bis dahin führen der Verwaltungsratsvorsitzende John Mendel und Sue Gove, Vorsitzende des Prüfungsausschusses, gemeinsam übergangsweise den Konzern.

Auch Andy Hamilton, Präsident und Geschäftsführer von LKQ Europe, musste seinen Posten Ende vergangener Woche kurzfristig räumen. Eine Nachfolge für den Chefposten der Europazentrale von LKQ wird in der Pressemitteilung nicht genannt. „Die Geschäftsentwicklung von LKQ, insbesondere in Europa, blieb deutlich hinter den Erwartungen des Vorstands zurück, und der Vorstand ergreift nun entschlossene Maßnahmen, um dem entgegenzuwirken“, wird John Mendel zitiert.

Externe Unterstützung für Europa

Um das Europageschäft wieder auf den richtigen Kurs zu bringen, hat LKQ die Beratungsgesellschaft Alvarez & Marsal hinzugezogen. Deren Schwerpunkte liegen laut Pressemeldung zunächst auf „der Verbesserung des Kundenservice, der Stabilisierung des Betriebs und der Stärkung der Leistungsfähigkeit und der Kostendisziplin in der gesamten Region“. Welche konkreten Maßnahmen daraus für die einzelnen Landesgesellschaften und Standorte folgen, erläutert LKQ bislang nicht.

Angesichts der Ergebnisse des dritten Quartals in Europa und der Ernennung des neuen Präsidenten und CEO ab Mitte Dezember zieht LKQ die Prognose für das Gesamtjahr 2026 zurück. Die Zahlen sind erst am 30. Juli 2026 aktualisiert worden. Die vollständigen Ergebnisse für das dritte Quartal will der Konzern am 29. Oktober vorlegen und im Rahmen einer Telefonkonferenz erläutern.

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