Mann Hummel schließt Werk in Speyer

Der Filtrationsspezialist hat angekündigt, sein Werk in Speyer bis Ende 2028 zu schließen. Die Produktion und Logistik sollen schrittweise in andere Werke der Unternehmensgruppe verlagert werden.
Foto: Mann + Hummel

Der Filtrationsspezialist hat angekündigt, sein Werk in Speyer bis Ende 2028 zu schließen. Die Produktion und Logistik sollen schrittweise in andere Werke der Unternehmensgruppe verlagert werden.

600 Arbeitsplätze fallen weg

Mit der Werksschließung geht auch der Wegfall von 600 Industriearbeitsplätzen einher, davon 400 in der Produktion oder in produktionsnahen Tätigkeiten. Für die Stadt Speyer (49.500 Einwohner) ein herber Verlust: Mann + Hummel war dort einer der wichtigsten Arbeitgeber, dass Werk bestand seit 1951.

2020 übernahm Speyer die Produktion aus Ludwigsburg

Es ist gerade einmal sechs Jahre her, da herrschte in Speyer noch Aufbruchstimmung. Während das Unternehmen am Stammsitze in Ludwigsburg, wo die Unternehmenszentrale angesiedelt ist, die Produktion beendete, wuchsen die Fertigungskapazitäten in Speyer. Das Unternehmen selbst bezeichnete den Standort in seiner Chronik als „Leitwerk“ und schichtete die Produktion nach Rhein-Pfalz um.

In Speyer wurden überwiegend Luft-, Öl- und Luftentölungsfilter für Nutzfahrzeuge, die Landwirtschaft und den Maschinenbau produziert. Innerhalb der Unternehmensgruppe war der Standort auf die Metallverarbeitung spezialisiert, unter anderem weil man dort 1991 eine damals moderne und innovative Galvanik-Abteilung für die Beschichtung von Gehäuse, Filterkappen und Netzgeweben errichtete.

Standort bestand seit 1951

Der Standort Speyer ging aus dem Vorgängerunternehmen Filap („Filter– und Apparatebau“) hervor, das 1945 in Westfalen zur Beschaffung von Rohstoffen aus der britischen Besatzungszone zur Zulieferung an das Hauptwerk in Ludwigsburg gegründet wurde. Anfang der Fünfzigerjahre siedelte das Unternehmen nach Speyer um, da in Westfalen Arbeitskräfte fehlten.

Mit dem Wachstum von Mann + Hummel wuchs auch die Filap, wie das Unternehmen bis 1980 rechtlich firmierte. Ab 1980 folgte die komplette in die Integration in die Unternehmensgruppe, seither lief Speyer unter der Bezeichnung „Werk 3“ und produzierte auf 88.000 m² vornehmlich Industriefilter, für die man ab 1992 gänzlich verantwortlich war.
Ab Mitte der 2010er Jahre verschob sich der Fokus erneut, standen nun Filter für Land- und Baumaschinen und den jeweiligen Aftermarket im Fokus.

Kostendruck und Energiepreise

Als Gründe für die Produktionsverlagerung nennt das Unternehmen, wenig überraschend, hohe Energie- und Arbeitskosten und die Belastung durch Zölle und geopolitische Unsicherheiten.

Die Produktion soll innerhalb des europäischen Netzwerkes verlagert werden, um Produktionsvolumen stärker auf bestehende Standorte zu bündeln und Skaleneffekte sowie Investitionen in automatisierte Produktionsprozesse effizienter zu nutzen. Die Fertigung findet dabei hauptsächlich an den beiden tschechischen Standorten Nová Ves bei Třebíč und Uherský Brod statt.

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