Studie: Ältere Fahrzeuge, neue Herausforderungen

Ein Kfz-Mechatroniker blickt in den Motorraum eines Autos.
Die freien Werkstätten profitieren vom steigenden Durchschnittsalter im Fahrzeugbestand. Foto: Ingo Jagels / PSN

Der weltweite Markt für Fahrzeugreparaturen und -wartung befindet sich in einem grundlegenden Wandel: Während die Neuwagenverkäufe in vielen Regionen stagnieren, steigt das Durchschnittsalter der Fahrzeuge – und damit die Nachfrage nach Wartung und Reparatur. Das zeigt die aktuelle Studie „Automotive Aftermarket Pulse 2025“ von der Unternehmensberatung Roland Berger, für die Werkstätten und Autobesitzer in 13 bedeutenden internationalen Märkten befragt wurden.

Preisdruck verändert die Nachfrage

Die Studie belegt einen klaren Trend zu günstigeren Ersatzteilalternativen: So bevorzugen 57 Prozent der Verbraucher mittlerweile Teile unabhängiger Anbieter statt Originalteile – ein deutliches Plus von 14 Prozentpunkten gegenüber der Befragung aus dem Jahr 2024. Besonders ausgeprägt ist diese Entwicklung in ländlichen Gebieten und bei Besitzern von Einstiegsfahrzeugen. „Die gestiegenen Reparaturkosten führen zu einer höheren Preissensibilität“, erklärt Maximilian Wegner, einer der Verfasser der Studie.

Als eine zentrale Hürde für unabhängige Werkstätten nennen die Berater moderne Fahrassistenzsysteme (ADAS): 47 Prozent der befragten Betriebe mussten ADAS-Reparaturen in den letzten zwölf Monaten ablehnen, vor allem wegen fehlender Kalibrierungsausrüstung. „Die hohen Investitionskosten schrecken viele ab – und stärken so die Position der herstellergebundenen Werkstätten“, so Wegner. An dieser Stelle sei aber noch einmal darauf hingewiesen, dass es sich um eine internationale Studie handelt.

Jeder zweiten Werkstatt in wichtigen internationalen Autombilmärkten fehlt laut der aktuellen Roland-Berger-Studie das nötige Know-How und die Ausrüstung zur Reparatur moderner Fahrerassistenzsysteme. Grafik: Roland Berger

Die Befragung zeigt einen weiteren Trend: Immer mehr Werkstätten setzen auf Komfortdienstleistungen wie Abhol- und Bringdienste, besonders in Städten. „Solche Angebote helfen, neue Kundengruppen wie Flotten zu gewinnen“, betont Wegner.

Online-Handel: B2B im Aufwind

Interessant sind auch die Erkenntnisse zum Kaufverhalten bei Ersatzteilen. Offenbar haben nicht wenige Autofahrer schlechte Erfahrung mit dem Onlinekauf gemacht, denn nicht weniger als 25 Prozent der bisherigen Online-Käufer würden nicht erneut online bestellen. Im B2B-Bereich wächst der Online-Handel hingegen deutlich: In den USA, Deutschland und Großbritannien kaufen über 80 Prozent der Werkstätten bereits mehr als 20 Prozent ihrer Ersatzteile online – mit weiter steigender Tendenz.

Über die Studie

Die Roland Berger-Studie „Automotive Aftermarket Pulse 2025“ basiert auf Befragungen von 600 Werkstätten und 6.000 Privatwagenbesitzern in 13 Schlüsselmärkten: Belgien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, Mexiko, Niederlande, Spanien, Türkei und USA.

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