ZF verkauft ADAS-Sparte an Harman

Der US-amerikanische Elektronikspezialist Harman übernimmt das ADAS-Geschäft von ZF. Foto: ZF

Der süddeutsche Automobilzulieferer ZF gibt seine Geschäftseinheit für Fahrerassistenzsysteme (ADAS) an den US-amerikanischen Elektronikspezialisten Harman International ab. Als Kaufpreis werden in einer aktuellen Pressemitteilung 1,5 Milliarden Euro genannt. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen und soll voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen werden.

„Mit der Übernahme der Geschäftseinheit für Fahrerassistenzsysteme
durch Harman International haben wir einen wichtigen Meilenstein in der
strategischen Neuausrichtung des Konzerns erreicht“, sagt Mathias Miedreich, seit Oktober 2025 neuer Vorstandsvorsitzender von ZF. Die Transaktion trage dazu bei, die Finanzverbindlichkeiten des in die Krise geratenen Konzerns „deutlich zu reduzieren“. Nach der Veräußerung möchte sich der Konzern voll auf die Kerntechnologien Fahrwerk, Antrieb, Nutzfahrzeug und industrielle Anwendungen konzentrieren.

ZF-Vorstandsvorsitzende Mathias Miedreich
ZF-Vorstandsvorsitzender Mathias Miedreich. Foto: ZF

Technologie- und Marktvorteile für Harman

Harman erwirbt das ADAS-Geschäft mit den Feldern Compute Solutions, Smartkameras, Radartechnologie und Fahrerassistenz-Software. Die Bereiche Elektronik für Fahrwerktechnik und Passive Sicherheitstechnik verbleiben laut Pressemitteilung im Konzern. Auch in der Nutzfahrzeugsparte setzt ZF seine Aktivitäten im Bereich Fahrerassistenz und autonomes Fahren fort.

„Die Übernahme ist ein strategischer Schritt, um eine besser vernetzte Zukunft mit intelligenteren und sichereren Fahrzeugen zu ermöglichen“, betont Christian Sobottka, CEO der Automotive Division von Harman. Das kombinierte Know-how beider Unternehmen ermögliche es, integrierte oder modulare Lösungen anzubieten, die auf unterschiedliche Strategien von Fahrzeugherstellern zugeschnitten sind. Harman möchte sich nach seinen Worten als einer der weltweit führenden Anbieter von domänenübergreifender Automobilelektronik positionieren.

ZF-Finanzvorstand Michael Frick hebt hervor, dass die Erlöse aus dem Verkauf die Entschuldung beschleunigen und die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Rund 3.750 ZF-Mitarbeiter werden nach Abschluss der Transaktion zu Harman wechseln.

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