Chinesische Autobauer gewinnen in Europa an Boden

Während deutsche Autofahrer chinesischen Fahrzeugen noch zurückhaltend gegenüberstehen, verbuchen Hersteller aus der Volksrepublik in anderen europäischen Märkten bereits beachtliche Erfolge.
Foto: Ingo Jagels

Was lange wie eine ferne Drohung wirkte, nimmt zunehmend konkrete Formen an: Fahrzeuge aus chinesischer Produktion kommen in einem Tempo auf den europäischen Automarkt, das Branchenbeobachter noch vor wenigen Jahren kaum für möglich gehalten hätten. Laut einer Auswertung der Unternehmensberatung Inovev entfielen im ersten Quartal 2026 rund 8 Prozent aller Neuzulassungen auf chinesische Marken – zwei Prozentpunkte mehr als im Jahresdurchschnitt 2025.

Marktanteil könnte bis 2023 auf 12 bis 15 Prozent steigen

Experten gehen davon aus, dass die Hersteller aus Fernost spätestens 2028 die Zehn-Prozent-Marke knacken werden. Bis 2030 könnte ihr Anteil auf 12 bis 15 Prozent steigen. Die Erhebung umfasst die EU-Staaten sowie das Vereinigte Königreich, die Schweiz und Norwegen. Der schwedische Hersteller Volvo, der zum chinesischen Geely-Konzern gehört, wird in der Studie nicht als chinesische Marke berücksichtigt.

Deutschland bildet dabei noch eine Ausnahme, hier verläuft die Entwicklung deutlich langsamer. Hier liegt der Marktanteil chinesischer Hersteller bislang bei lediglich 3 Prozent, was knapp 22.000 neu zugelassenen Fahrzeugen im ersten Quartal 2026 entspricht. In Spanien, Norwegen und Großbritannien hingegen hat sich das Straßenbild bereits grundlegend gewandelt: Dort liegen die Marktanteile der Chinesen deutlich im zweistelligen Bereich – nicht zuletzt wegen ihrer starken Stellung im wachsenden Segment der Elektrofahrzeuge.

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