
Der Lkw-Hersteller MAN will die traditionsreiche polnische Nutzfahrzeugmarke „Star” wiederbeleben. Unter diesem Namen sollen künftig Logistik- und Unterstützungsfahrzeuge auf Basis der Modelle MAN TGM und TGS angeboten werden.
Das Unternehmen kündigte die Reaktivierung der Marke auf der internationalen Verteidigungsmesse MSPO in Polen an. Unter dem Namen „Star” sollen militärische Logistik- und Unterstützungsfahrzeuge auf Basis aktueller MAN-Lkw-Plattformen angeboten werden.
Die Fahrzeuge richten sich dabei nicht nur an die Streitkräfte, sondern auch an weitere Behörden und Unternehmen, die öffentliche Aufgaben wahrnehmen. MAN nennt beispielsweise das Rote Kreuz, Rettungsdienste und Feuerwehren als potenzielle Kunden für die Fahrgestelle der Marke Star.
TGM und TGS bilden technische Basis

Künftige Star-Lkw werden auf den aktuellen MAN-Baureihen TGM und TGS basieren, so wie der hier abgebildete 6×6 TGS. Damit übernehmen sie auch deren Assistenz- und Sicherheitssysteme sowie Komponenten des Antriebsstranges und Integration.
Für MAN ist die Wiederbelebung der Marke zugleich Teil einer stärkeren lokalen Ausrichtung des Geschäfts. Gemeinsam mit dem Joint Venture Rheinmetall MAN Military Vehicles (RMMV) möchte sich der Hersteller unter dem Dach der Marke Star für zusätzliche Kooperationen mit Aufbauherstellern und weiteren Unternehmen öffnen. Damit könnte rund um die Fahrzeuge ein Netzwerk aus lokalen Produktions-, Aufbau- und Servicepartnern entstehen. In diesem Zusammenhang verweist MAN auf sein bestehendes Vertriebs- und Servicenetz in Polen mit knapp 40 Standorten.
Star blickt auf lange Nutzfahrzeugtradition zurück

Die 1948 gegründete Marke Star gehörte über Jahrzehnte zu den bekanntesten polnischen Nutzfahrzeugmarken. Ihre Fahrzeuge kamen sowohl im zivilen als auch im militärischen Transport zum Einsatz. Internationale Aufmerksamkeit erhielt Star unter anderem im Jahr 1979, als ein Lkw der Marke als Basis für ein Papamobil von Papst Johannes Paul II. diente.
Nach der Übernahme des Star-Lkw-Geschäfts durch MAN im Jahr 1999 wurden die Fahrzeuge zunehmend mit MAN-Technik ausgestattet. Jedoch ließ man die eigenständige Marke schrittweise bis 2009 auslaufen. Nun, bald zwanzig Jahre später, feiert die Marke ihr Comeback.
MAN baut Produktion in Polen aus
Die Reaktivierung fällt mit umfangreichen Investitionsplänen von MAN in Polen zusammen. So hat der Nutzfahrzeughersteller mit der polnischen Regierung ein Memorandum of Understanding über Investitionen von rund 1,2 Milliarden Euro am Standort Krakau unterzeichnet.
Unter anderem soll die Produktionsfläche des Lkw-Werks von derzeit rund 130.000 auf 270.000 Quadratmeter erweitert werden. Nach dem Ausbau soll der Standort eine Kapazität von bis zu 300 Fahrzeugen und Fahrerhäusern pro Tag erreichen. Auch die nächste Lkw-Generation von MAN, einschließlich batterieelektrischer Fahrzeuge, soll dort gefertigt werden. MAN beschäftigt eigenen Angaben zufolge derzeit rund 7.000 Mitarbeiter in Polen. Neben dem Lkw-Werk in Krakau betreibt das Unternehmen ein Buswerk in Starachowice und ein Modification Center in Sady. 2025 lieferte MAN rund 9.000 Fahrzeuge auf dem polnischen Markt aus.



