
Bei Winterreifen ist die Auswahl groß, doch nur wenige Produkte sind wirklich gut. Das zeigt der aktuelle ADAC-Winterreifentest mehr als deutlich. Zwei Reifengrößen standen auf dem Prüfstand: 185/65 R15, eine häufig verwendete Dimension für Kleinwagen, sowie 225/50 R17 für zahlreiche Modelle der Mittelklasse. Bewertet wurden neben dem Fahr- und Bremsverhalten auf trockener, nasser, schnee- und eisbedeckter Fahrbahn auch Umweltkriterien wie Laufleistung, Abrieb und Effizienz.
Besonders große Qualitätsunterschiede zeigen sich bei den Kleinwagenreifen. Laut ADAC legen die Ergebnisse nahe, dass diese Dimension bei den Reifenherstellern nicht so stark im Fokus steht wie andere Größen. So erreichen von 16 getesteten Produkten der Dimension 185/65 R15 lediglich zwei das Gesamturteil „gut“. Testsieger ist der Continental WinterContact TS 870 mit der Note 2,2. Er überzeugte mit ausgewogenen Leistungen auf allen Untergründen und einer guten Umweltbilanz. Dahinter folgt der Michelin Alpin 7 mit der Gesamtnote 2,5.
Dreimal mangelhaft
Mehr als die Hälfte der Kleinwagenreifen kann der Automobilclub dagegen nicht empfehlen. Neun der 16 Modelle schneiden entsprechend schwach ab. Der Sunny Winter-max NW611, der Atlas Polarbear HP und der Rockblade Rock 868S erhalten aufgrund ihrer Defizite bei der Fahrsicherheit sogar das Gesamturteil „mangelhaft“.
Deutliche Unterschiede stellt der ADAC auch bei der erwarteten Lebensdauer fest. Im Durchschnitt kommen die getesteten Kleinwagenreifen auf eine prognostizierte Laufleistung von rund 31.000 Kilometern. Das schwächste Ergebnis liegt bei lediglich 22.000 Kilometern. Zum Vergleich: Bei den getesteten Reifen für Mittelklassewagen beträgt die durchschnittlich erwartete Laufleistung mehr als 45.000 Kilometer.

Vier Mittelklasse-Reifen mit guter Bewertung
Etwas besser fällt das Ergebnis in der Dimension 225/50 R17 aus. An der Spitze liegt der Pirelli Cinturato Winter 3 mit der Gesamtnote 2,2. Besonders auf nasser Fahrbahn überzeugte der Reifen. Mit 2,3 folgt der Continental WinterContact TS 870. Auch Modelle von Goodyear und Michelin erreichen ein „gut“.
Allerdings gibt es auch in dieser Dimension deutliche Schwächen. Sechs der 16 getesteten Reifen werden mit „mangelhaft“ bewertet. Nach Angaben des ADAC fehlt es diesen Produkten vor allem an Ausgewogenheit: Gute Eigenschaften auf einzelnen Fahrbahnoberflächen können mit erheblichen Defiziten unter anderen Bedingungen einhergehen. Teilweise seien diese Schwächen sicherheitsrelevant.

Bei der Reifenwahl empfiehlt der ADAC deshalb, neben der Fahrsicherheit auch das individuelle Fahrprofil zu berücksichtigen. Insbesondere für Vielfahrer spielen eine hohe Laufleistung und geringer Abrieb eine wichtige Rolle. Winterreifen sollten nach Empfehlung des Automobilclubs zudem nicht älter als acht Jahre sein. Bei weniger als vier Millimetern Profiltiefe rät der ADAC ebenfalls zum Austausch, da die Leistungsfähigkeit mit abnehmendem Profil nachlässt.



