
Der Bremsspezialist TMD Friction hat nach eigenen Angaben ein umfassendes Portfolio Euro-7-konformer Bremslösungen für die Erstausrüstung entwickelt, die ab kommendem Jahr zur Pflicht wird. Mit mehreren Fahrzeugherstellern bestehen bereits Vereinbarungen über die Serienproduktion und Belieferung europäischer Fahrzeugmodelle ab 2027.
Das Portfolio umfasst sowohl Low-Metal- als auch NAO-Bremsbeläge (Non-Asbestos Organic). Diese lassen sich mit konventionellen Graugussbremsscheiben sowie mit hartmetallbeschichteten Bremsscheiben kombinieren. Ziel ist es, die neuen Emissionsgrenzwerte einzuhalten, ohne Einbußen bei Bremsleistung, Komfort und Sicherheit hinnehmen zu müssen.
Euro-7-Lösungen für den Aftermarket in der Testphase
Auch für den freien Ersatzteilmarkt entwickelt TMD Friction bereits entsprechende Bremslösungen. Dabei greift das Unternehmen auf seine Erfahrungen aus der Erstausrüstung sowie auf vorhandene Material-, Prüf- und Validierungskompetenzen zurück.
Die Entwicklung befindet sich derzeit in einer intensiven Testphase. Laut Unternehmensangaben wurden bereits mehrere Reibmaterialmischungen identifiziert, die die neuen Emissionsanforderungen erfüllen. Die Produkte sollen rechtzeitig zum Inkrafttreten der entsprechenden Aftermarket-Vorschriften verfügbar sein.
„Dank unserer umfassenden Erfahrung in der Erstausrüstung sind wir gut aufgestellt, Bremslösungen anzubieten, die die Emissionen senken und gleichzeitig die hohen Erwartungen unserer Kunden an Bremsleistung, Komfort und Sicherheit erfüllen“, erklärt Marco Loth, Vice President Global Aftermarket Sales & Product Management/R&D bei TMD Friction.
Bremsstaub rückt stärker in den Fokus
Mit Euro 7 werden erstmals auch die sogenannten Nicht-Abgasemissionen reguliert. Dazu gehören unter anderem Partikel, die durch Bremsen- und Reifenabrieb entstehen. Für neue Fahrzeugtypgenehmigungen gelten die Anforderungen ab dem 29. November 2026, für alle Neuzulassungen ab dem 29. November 2027.
Für die Erstausrüstung erfolgt die Homologation auf Grundlage der UN-Regelung Nr. 179. Die entsprechenden Vorgaben für den Ersatzteilmarkt befinden sich dagegen noch in der Entwicklung.
Eine besondere Herausforderung bei der Reduzierung von Bremsstaub ist das Zusammenspiel zwischen Bremsbelag und Bremsscheibe. Laut TMD Friction entstehen rund 80 Prozent der Bremsemissionen durch den Abrieb der Bremsscheibe und nicht des Belags. Deshalb reicht es nicht aus, lediglich die Zusammensetzung des Reibmaterials zu verändern. Viele Lösungen, die sich bisher abzeichnen, setzen auf oberflächengehärtete Scheiben, um die strenge Euro-Norm ohne große Veränderungen am Bremssystem (wie Filter oder der Wechsel zu Trommelbremsen) zu erfüllen.
Entsprechend müssen Bremsbelag und Bremsscheibe künftig als ein aufeinander abgestimmtes System entwickelt werden. Dabei beeinflussen unter anderem die Materialeigenschaften, die Oberflächenbeschaffenheit und das thermische Verhalten die Partikelemissionen. Perspektivisch könnten Beläge und Scheiben deshalb auch gemeinsam homologiert werden. Damit wäre das Mischen von Belägen und Scheiben wie bisher nicht mehr möglich.



