ZDK-Umfrage: Werkstattgeschäft erweist sich als Stabilitätsanker

Während der Fahrzeughandel weiterhin unter Druck steht, zeigt sich das Werkstattgeschäft vergleichsweise robust. Das geht aus der aktuellen Halbjahresumfrage des ZDK hervor.
Foto: ProMotor

Das Reparatur- und Wartungsgeschäft ist weiterhin ein wichtiger Stabilitätsfaktor für das deutsche Kfz-Gewerbe. Das ist eines der zentralen Ergebnisse der aktuellen Halbjahresumfrage des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) unter knapp 400 Autohäusern und Werkstätten hervor. Rund 45 Prozent der Befragten berichten von einer gegenüber dem Jahresbeginn unveränderten Auftragslage in der Werkstatt. Etwa 26 Prozent verzeichnen sogar eine Verbesserung, knapp 30 Prozent eine Verschlechterung.

„Das Werkstattgeschäft hält die Branche stabil“, betont ZDK-Präsident Thomas Peckruhn. „Aftersales, Teilegeschäft und Kundenbindung bleiben wichtige Ertragssäulen der Unternehmen, stehen aber unter Kosten und der Margendruck.“

Weniger positiv fällt die Einschätzung der allgemeinen Geschäftslage aus, die wesentlich durch die Situation im Fahrzeughandel geprägt wird. 44 Prozent der befragten Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage schlechter oder eher schlechter als zu Jahresbeginn. Nur 18 Prozent berichten von einer Verbesserung. Auch bei den Umsatzerwartungen überwiegt die Zurückhaltung: 45 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung, 22 Prozent mit einer Verbesserung.

E-Auto-Markt gewinnt an Dynamik

Für positive Effekte im Fahrzeughandel sorgt eine deutlich steigende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen. Der Verband hebt daher seine Absatzprognose für das laufende Jahr kräftig an. Für 2026 erwartet der ZDK rund 817.000 Neuzulassungen batterieelektrischer Pkw. Das wären 109.000 mehr als zu Jahresbeginn prognostiziert und rund 272.000 mehr als 2025.

Hinzu kommen nach Einschätzung des ZDK etwa 366.000 Plug-in-Hybride. Insgesamt könnten damit 2026 fast 1,2 Millionen elektrifizierte Fahrzeuge neu zugelassen werden. Besonders stark entwickelt sich der private BEV-Markt: Hier rechnet der Verband mit mehr als 370.000 Neuzulassungen und damit etwa doppelt so vielen wie im Vorjahr.

„Der E-Auto-Markt gewinnt deutlich an Akzeptanz und Nachfrage. Die Kaufprämie setzt dabei erkennbare zusätzliche Impulse und trägt dazu bei, die Nachfrage gerade bei privaten Kunden anzureizen“, sagt Peckruhn. Für einen nachhaltigen Markthochlauf reiche Förderung allein aber nicht. „Entscheidend ist, dass Elektroautos beim Kauf und bei den laufenden Kosten bezahlbar sind.“

Für die Werkstätten bringt die zunehmende Elektrifizierung weitere Veränderungen mit sich. Neben neuen Antriebstechnologien gewinnen Digitalisierung und entsprechende Werkstattlösungen an Bedeutung. Diese Entwicklung wird auch auf der bevorstehenden Automechanika Frankfurt eine zentrale Rolle spielen.

Bleiben Sie immer einen Schritt voraus: Mit dem Newsletter von Parts & Service News erhalten Sie exklusive Branchen-Insights, aktuelle Marktentwicklungen und praxisnahe Tipps – einmal die Woche direkt in Ihr Postfach. Unter diesem Link jetzt kostenlos abonnieren!

Teile diesen Beitrag auf LinkedIn