Automobilverbände fordern schlankes Energielabel für Pkw

VDIK, VDA und ZDK sprechen sich für eine europaweit einheitliche, digitale und leicht verständliche Kennzeichnung für den Energieverbrauch von Pkw aus. Eine Kennzeichnung für Gebrauchtwagen lehnen die Verbände ab.
Foto: Ingo Jagels / PSN

Die Spitzenverbände der deutschen Automobilwirtschaft plädieren für eine einfache, digitale und europaweit harmonisierte Energieverbrauchskennzeichnung für Pkw. Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), der Verband der Automobilindustrie (VDA) und der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) fordern, dass die geplante Neuregelung im Rahmen des europäischen „Automotive Package“ einen echten Mehrwert für Verbraucher bieten muss und zugleich praxistauglich umgesetzt werden kann.

Aus Sicht der Verbände kann eine einheitliche europäische Regelung die Vergleichbarkeit von Fahrzeugen verbessern und die Transparenz für Kaufinteressenten erhöhen. Voraussetzung sei jedoch eine rechtssichere, verständliche und im Fahrzeugvertrieb praktikable Ausgestaltung.

Label für Gebrauchtwagen nicht umzusetzen

Eine Energieverbrauchskennzeichnung für Gebrauchtwagen lehnen VDIK, VDA und ZDK dagegen ab. Für einen Großteil des Fahrzeugbestands stünden keine belastbaren Verbrauchs- und Emissionsdaten zur Verfügung. Dies würde entweder zu fehlerhaften Verbraucherinformationen oder zu erheblichem zusätzlichem Prüf- und Kostenaufwand führen.

Als Datengrundlage sprechen sich die Verbände für die bereits vorhandenen Übereinstimmungsbescheinigungen (Certificate of Conformity, CoC) aus. Der Aufbau zusätzlicher europäischer Datenbanken mit identischen Informationen würde nach ihrer Einschätzung lediglich Doppelstrukturen, neue IT-Schnittstellen und zusätzliche Bürokratie schaffen.

Konsequent digital gedacht

Darüber hinaus müsse die künftige Kennzeichnung konsequent digital gedacht werden. Da Fahrzeugvertrieb und Werbung zunehmend über Online-Plattformen und digitale Kanäle erfolgen, seien mediengerechte Darstellungsformen erforderlich. Kompakte Informationen könnten direkt angezeigt werden, während weiterführende Daten digital abrufbar seien.

Nach Ansicht der drei Verbände bietet die anstehende Reform die Chance, Verbraucherinformation und Binnenmarkt gleichermaßen zu stärken – vorausgesetzt, die neuen Vorgaben bleiben klar, verhältnismäßig und praxisnah.

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