GDV-Studie: Kfz-Reparaturkosten steigen bis 2040 um bis zu 75 Prozent

Moderne Fahrerassistenzsysteme reduzieren Unfälle – doch für die Kfz-Versicherung bleibt das weitgehend folgenlos. Steigende Reparaturkosten, komplexere Fahrzeugtechnik und Inflation fressen die Einsparungen auf, wie eine neue Trendanalyse des GDV zeigt.
Moderne Assistenztechnik reduziert die Zahl der Schadensfälle. Doch diesen Vorteil frisst der Mehraufwand bei der Reparatur wieder auf. Foto: Ingo Jagels / PSN

Wer heute einen Neuwagen kauft, bekommt Notbremsassistent, Spurhaltewarner und Parkhilfe meist ohne Aufpreis dazu. Die Systeme funktionieren: Bis 2040 dürfte die Zahl der Kfz-Schäden laut einer neuen Analyse des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) um 9 bis 14 Prozent sinken. Für die Versicherten bedeutet das dennoch keine Entlastung – im Gegenteil. Das zeigt die neue GDV-Trendanalyse „Kfz-Versicherung 2040 – Automatisiertes Fahren & E‑Mobilität“.

„Technologie macht das Autofahren sicherer, aber nicht automatisch günstiger. Ersatzteile und Reparaturen sind im vergangenen Jahrzehnt um durchschnittlich 3,7 Prozent pro Jahr teurer geworden – das ist der stärkste Kostentreiber“, sagt Anja Käfer-Rohrbach, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des GDV. Entwickeln sich die Preise wie im vergangenen Jahrzehnt, also mit 3,7 Prozent jährlich, ergibt sich nach Berechnungen des GDV bis zum Jahr 2040 ein Anstieg des Schadenaufwands von 64 bis 75 Prozent. Selbst wenn der Preisanstieg auf das allgemeine Inflationsziel von 2,0 Prozent jährlich sinkt, würde der Schadenaufwand bis 2040 um 24 bis 32 Prozent wachsen.

Mehr Technik, höhere Reparaturrechnung

Das Hauptproblem neben der allgemeinen Preissteigerung: Die Assistenzsysteme selbst verteuern Reparaturen zusätzlich. Kameras, Radarsensoren und Steuergeräte müssen nach einem Schaden ersetzt und neu kalibriert werden. Der Austausch einer Frontscheibe etwa kostet bei Fahrzeugen mit Assistenzsystemen rund 15 Prozent mehr als bei einfach ausgestatteten Autos. „Insgesamt steigen die Reparaturkosten allein durch zusätzliche Technik bis 2040 um weitere 4 bis 5 Prozent – unabhängig von der allgemeinen Inflation“, so Käfer-Rohrbach.

In der Kaskoversicherung ist der Effekt der Assistenzsysteme ohnehin begrenzt: Glasschäden, Diebstahl sowie Sturm- und Hagelschäden lassen sich durch Fahrerassistenz nicht verhindern. Der Schadenaufwand sinkt dort nur um 0 bis 5 Prozent.

Elektroautos als wachsender Faktor

Auch die Elektromobilität verändert das Schadenbild. Bis 2040 könnten knapp 60 Prozent aller haftpflichtversicherten Pkw Elektrofahrzeuge sein. Aktuell sind Reparaturen nach einer Kollision bei E-Autos rund 10 Prozent teurer als bei Verbrennern. Die GDV-Experten erwarten, dass sich dieser Aufschlag durch wachsende Routine und steigende Stückzahlen auf rund 5 Prozent halbiert – ein dauerhafter Mehraufwand dürfte aber bestehen bleiben.

Der GDV veröffentlicht die Trendanalyse „Kfz-Versicherung 2040 – Automatisiertes Fahren & E-Mobilität“ bereits zum dritten Mal. Die aktuelle Ausgabe basiert auf dem Datenstand vom 31. Dezember 2025 und wurde erstmals um die Themen Elektromobilität und Inflationsszenarien erweitert. Grundlage sind Schadendaten des GDV, Studien von Unfallforschern sowie Einschätzungen eines interdisziplinären Expertenkreises.

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